Gurski wirft das Handtuch

Ebingen.  Die Ruhe in den Reihen der Ebinger Feuerwehr war wohl nur trügerisch: Oliver Gurski, Kommandant der Feuerwehrabteilung, tritt zurück. Zwei Jahre war er im Amt, jetzt zieht er die "Notbremse".

Oliver Gurski bestätigte diesen Schritt. Er hatte erst am Freitag bei der Korpsversammlung seiner Abteilung seinem Frust noch einmal Luft gemacht. Womit deutlich wurde, dass es nach wie vor hinter den Kulissen knistert. Nachdem die Wellen vor gut einem Jahr hochgeschlagen waren und die Misstöne zwischen Abteilungsführung und Stadtverwaltung beziehungsweise Stadtbrandmeister nicht mehr unter der Decke zu halten waren, konnte man in den vergangenen Monaten den Eindruck bekommen, es sei nun Frieden eingekehrt. Doch die Ruhe war offensichtlich trügerisch: Die Spannungen in den Reihen der Feuerwehr hielten weiter an und verstärkten sich sogar noch.

Stein des Anstoßes sind und waren, vordergründig zumindest, die beiden von der Abteilung Ebingen abgezogenen Fahrzeuge, deren Rückversetzung immer noch nicht erfolgt ist, obwohl genau dies in dem Mitte 2011 vom Gemeinderat beschlossenen neuen Feuerwehrbedarfskonzept vorgesehen ist. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Abteilung Ebingen ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen müsse. Das allerdings hat die Abteilung nach Gurskis Ansicht längst geleistet. Die Abteilung ist, wie er bei der Korpsversammlung anhand von Zahlen eindrücklich belegte, "leistungsfähig und mehr als einsatzbereit". Das von ihm erhoffte "Zeichen" an die größte Albstädter Feuerwehrabteilung blieb dennoch aus. Mehr als ein halbes Jahr ist vergangen - die Fahrzeuge kehrten bis heute nicht zurück.

Diese "Hinhaltetaktik" der Verwaltung und die Tatsache, dass er im Rathaus kein Gehör gefunden habe, war letztlich der Auslöser für Oliver Gurskis Rücktritt. Um die beiden Fahrzeuge im engeren Sinn geht es längst nicht mehr, sondern offenbar vielmehr darum, dass seinem Eindruck nach von der Verwaltung in mancherlei Hinsicht mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen werde. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Punkte, die Gurski während der vergangenen Monate immer wieder intern zur Sprache brachte. Dazu gehört die mangelnde Kommunikation und Transparenz von Seiten der Verwaltung und des Stadtbrandmeisters, dessen Führungsstil Gurski für inakzeptabel hält. Auch von Bürgermeister Reger, auf den er große Hoffnung gesetzt habe, habe er keine Rückendeckung erhalten.

Er werde sein Amt bis zu seiner offiziellen Entlassung weiter ausüben, versichert Oliver Gurski, und bleibe Mitglied der Abteilung. Seinen Sitz im Feuerwehrausschuss hat er zurückgegeben. Den Entschluss hat er sich nicht leicht gemacht. Sein Rücktritt habe nichts mit der vergangenen Korpsversammlung zu tun, betont er.

Nach seiner Wahl zum Kommandanten im April 2010 habe er seine ganze Energie in das Amt eingebracht, habe versucht, Ruhe einkehren zu lassen. In seiner Bilanz tauchen auch viele positive Erfahrungen auf, vor allem in Bezug darauf, dass es doch teilweise gelungen sei, die Ehrenamtlichen in seiner Abteilung wieder zu motivieren. Selbstkritisch räumt er aber auch ein, den einen oder anderen Fehler gemacht zu haben. Besonders die vergangenen Monate haben ihn aber sehr viel Kraft gekostet, so dass er sich nun aus persönlichen, familiären und beruflichen Gründen, aber auch, um seine Gesundheit zu schonen, gezwungen sieht, "die Notbremse zu ziehen".


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Autor: DAGMAR STUHRMANN | 09.02.2012

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