Farbenpracht in Geislingen

Geislingen.  Sie sehen pflegeleicht aus, sind aber anspruchsvoll und immer durstig: Heidepflanzen. Die Gärtnerei Hauser pflanzte diese Woche 3500 Herbstblüher aus eigener Anzucht auf der Landesgartenschau ein.

"Das war schon ein Knochenjob", erzählt Anneliese Hauser von dieser besonderen Mission in Sachen Blumen. Zu Dritt ist das Gärtnerteam am Dienstagmorgen nach Villingen-Schwenningen gefahren, im Gepäck des Kleinlasters rund 3500 Heidepflanzen, die alle in der Gärtnerei herangewachsen sind.

Von acht Uhr morgens bis 17 Uhr war das insgesamt sechsköpfige Team mit Gartenbauingenieur Werner Eckle als Chefgärtner an der Spitze bei Nieselregen mit der Pflanzung der bunten Pracht im Neckarpark beschäftigt. "Am Schluss sind wir noch schnell über die ganze Schau gelaufen", erzählt Anneliese Hauser.

Bereits im Januar hat die Gärtnerei, die sich auf die Aufzucht von Calluna und Erika spezialisiert hat, den Pflanzauftrag über den Gärtnereiverbund SBA (schwäbisch-bayerische Azerca-Betriebe) erhalten. "Das hat uns natürlich gefreut", sagt Hauser, denn bereits ihr Schwiegervater Ulrich Hauser hat Erika und Calluna, die schwer zu kultivieren sind, als seine Leidenschaft entdeckt. Sein Sohn Albrecht hat dieses Wissen noch weiter vertieft und ist ebenso wie sein Vater zum Heidepflanzen- Spezialist geworden.

Unter den mehreren tausend Ziergräsern und Heidepflanzen, die die Geislinger gepflanzt haben, ist auch die weiß blühende Madonna, eine Neuheit. Alle Pflanzen sind spezielle Züchtungen. Besonders interessant ist die Sorte "Garden-Girls" - ein so genannter Knospenblüher. Die Knospe dieser Erika bleibt länger zu, die Befruchtung wird damit hinausgezögert und damit die Blühzeit gewaltig verlängert. Außerdem haben Sommerheiden (Calluna) der Sorten rote Marlen, Madonna, Rosita oder Alberts Gold eine neue Heimat in Villingen-Schwenningen bekommen. Irische Glockenheide mit kleinen weißen Blüten und Gräser runden das neue Blumenbild auf dem 24 Hektar großen Gelände der Gartenschau ab.

Die neue Blumenpracht bleibt jetzt bis zum Ende der Gartenschau erhalten. Denn die Geislinger Pflanzen zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus, viele davon sind sogar winterfest.

Allerdings müssen die Villinger Gärtner auch ein besonderes Auge darauf haben. "Die Pflanzen sind sehr durstig und vertragen keine Trockenperiode", weiß Anneliese Hauser. Die Herbstblüher fallen durch ihre besonders intensive Farbgebung auf. "Das liegt an der Sonne", sagt die Expertin, die bereits letztes Jahr mit der Aufzucht der Callunen und Eriken begonnen hat. Seit Mai sind die Herbstblüher im Freien. Ende September beginnt dann die Hauptverkaufszeit.

Die Gärtnersfrau hat sich besonders über die ersten positiven Reaktionen der Besucherinnen und Besucher auf "ihre" blühende Herbstpracht gefreut: "Nahezu jeder, der vorbei ging, hat genauer nachgefragt."


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Autor: ROSALINDE CONZELMANN | 01.09.2010

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