Eine lange Reise nimmt ein glückliches Ende

Bitz.  Ein Miniaturmodell des Jerusalemer Tempelbergs ist nach fast anderthalb Jahrhunderten an den Ort seiner Entstehung zurückgekehrt.

Conrad Schick hatte das Modell des Tempelberges einst für die Weltausstellung in Wien gefertigt. Der aus Bitz gebürtige Schick (1822-1901) kam in jungen Jahren als Missionar nach Jerusalem und erwarb sich dort im Lauf seines Lebens den Ruf eines überaus kompetenten Sachverständigen für die Archäologie der Stadt Jerusalem und ihrer Umgebung. In Jerusalem ist heute sogar noch eine Straße nach ihm benannt.

Zu Hause wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen verliehen. Außerdem erhielt Conrad Schick den Titel des königlich-württembergischen Baurats.

Schick entwickelte sich in Jerusalem immer mehr zu einer bekannten Persönlichkeit in Sachen Archäologie und Stadtplanung. Er fing an, Jerusalem auszumessen und Modelle der Stadt sowie des Tempelberges anzufertigen. Die türkische Regierung bittet ihn, für die Weltausstellung 1872/73 in Wien drei Modelle des Tempelbergs anzufertigen. Dies nimmt Schick zum Anlass, den Tempelberg exakt zu vermessen. Dank seiner guten Kontakte darf er sich dort frei bewegen. Mit Hilfe der Mitarbeiter des Industriehauses der "London Society for Promoting Christianity Amongst the Jews" und unter größter Sorgfalt stellt Schick diese Modelle her und liefert sie nach Wien.

Danach wandern die Modelle auf nicht ganz genau geklärten Wegen nach Basel und liefern einen Beitrag zu einer Dauerausstellung im Konziliumssaal des Münsters. Irgendwann wird es auf den Dachboden des Basler Münsters gebracht. Ob die Pilgermission sie haben wolle, fragt 1964 der Verwalter des Münsters bei der Pilgermission St. Chrischona nach. Ansonsten würde man sie der "Kehrichtverbrennung" zuführen. Daraufhin holt die Pilgermission das Modell nach St. Chrischona und verstaut es auf dem Dachboden der Kirche. 1998 wird das Tempelbergmodell anlässlich des 25-jährigen Bestehens der "Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel" restauriert. Im Dezember 2011 fährt es auf Initiative der Anglikanischen Kirche über den Ozean - um nun mitten in Jerusalem Besucher zu erfreuen.


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Autor: SWP | 02.02.2012

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