Diasporahaus Bietenhausen hat Interesse am "Waldhorn" in Meßstetten

Nachdem die NPD das ehemalige Gasthaus Waldhorn in Meßstetten nicht erworben hatte, stehen neue Nutzungspläne im Raum: Das Diasporahaus Bietenhausen hat Interesse am Objekt.

„Am kommenden Montag verkaufe ich mein Waldhorn“, postet Niko Lustig auf seiner Facebookseite. „Es wird weder Nazis noch Asylanten beherbergen ... Es wird ein Waisenhaus“, schreibt er weiter. Auf Nachfrage unserer Zeitung will sich Lustig nicht konkreter dazu äußern – zum Schutze des Käufers, wie er sagt. Nur soviel: „Es freut mich, dass es ein gutes Ende genommen hat.“

Ganz glücklich ist man in der Stadtverwaltung allerdings noch nicht. Der Informationsstand über die bevorstehenden Planungen sei dürftig, sagt Bürgermeister Frank Schroft. Bis vor zwei Wochen habe man noch gar nichts vom Vorhaben gewusst. Zumindest wisse die Stadt nun, bei wem es sich um den Interessenten handelt: das Diasporahaus Bietenhausen. Kommende Woche, sagt Schroft weiter, soll ein Gespräch stattfinden, um Licht ins Dunkel zu bringen. Denn an der Kommune führe, was die künftige Nutzung des Waldhorns betrifft, kein Weg vorbei, betont Schroft nachdrücklich.

Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die Unruhen im vergangenen Jahr. Die rechtsradikale Partei NPD kündigte an, das ehemalige Gasthaus kaufen zu wollen, um ihre Landesbasis dort einzurichten. Die Stadt und der Landkreis schritten nicht ein, weil sie einen Bluff vermuteten, bot die Partei doch etwa eine halbe Million Euro für das Gebäude – weit über dem Immobilienwert. Der Kauf ging schließlich nicht über die Bühne. Beim Thema „Waldhorn“ sei Sensibilität gefragt, sagt Bürgermeister Schroft.

Ob das Waldhorn in Zukunft tatsächlich als Waisenhaus genutzt werden soll, wie es Niko Lustig auf seiner Facebookseite gestern formuliert hatte, bleibt indes noch unklar. Keiner der Beteiligten will sich derzeit konkret äußern. Es habe wohl etwas mit Jugendlichen zu tun, lässt Lustig durchblicken. Auch Bürgermeister Schroft wolle erst nach dem bevorstehenden Gespräch nähere Auskunft geben, müsse die ganze Sache ohnehin vorerst im Gemeinderat besprochen werden.

Fakt ist, dass am Montag keineswegs ein Notartermin ansteht. „Es ist noch nichts in trockenen Tüchern“, sagt Gerhard Jauß, Direktor des Diasporahauses. Jauß betätigt zwar, dass es bereits Kaufverhandlungen gab, betont aber ausdrücklich: „Alles muss unter dem Vorbehalt des Einvernehmens des kommunalen Gremiums geschehen.“ Auch zur angestrebten Nutzung des Gebäudes will Direktor Jauß derzeit noch nichts sagen.

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