ZUM SONNTAG: Optimismusals Lebenskunst

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Roswitha Rieth- Balthasar, Psychologische Beratungsstelle Ebingen  Foto: 

Gehören Sie zu denjenigen Menschen, die angesichts eines zur Hälfte gefüllten Glases darüber jammern, dass es schon halb leer ist, oder zu denjenigen, die sich darüber freuen, dass es noch halb voll ist? Im ersten Fall wären Sie ein Pessimist, im zweiten ein Optimist. Dieses Beispiel zeigt, dass es sich bei der Frage Optimismus oder Pessimismus um unterschiedliche Bewertungen ein und derselben Wirklichkeit handelt. Solche Bewertungen werden von uns im Alltag ständig vorgenommen - sei es in Bezug aufs Wetter, auf die Arbeit, das Essen, die Menschen unserer Umgebung und unsere eigene Person. Wir sind ständig am Bewerten, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Und die Summe dieser Bewertungen beeinflusst in hohem Maße unser Lebensgefühl.

Als Optimisten bezeichnen wir Menschen mit einer positiven Einstellung zum Leben, das heißt Menschen, die bei allem, was ihnen widerfährt, eher die positiven Aspekte wahrnehmen und die nicht verzweifeln, wenn ihnen irgendwelche Widrigkeiten zustoßen, weil sie an ihre eigene Stärke glauben.

Dass eine optimistische Grundhaltung sogar lebensrettend sein kann, zeigt die Geschichte von den zwei Fröschen, die in einen Milchtopf gefallen sind: Während der eine Frosch die Lage als aussichtslos bewertet, resigniert und jämmerlich untergeht, strampelt der andere weiter und weiter, bis aus der Milch feste Butter wird, über die er problemlos aus dem Topf klettern kann.

Auch wenn die Vorteile einer optimistischen Grundhaltung auf der Hand liegen - es ist nicht immer leicht, sich diese anzueignen. Vor allem dann nicht, wenn durch erzieherische Einflüsse in der Kindheit oder durch leidvolle Erfahrungen im späteren Leben die eigene Grundstimmung eher negativ geprägt ist. Doch ist es auch in solchen Fällen möglich, die Sichtweise auf die Welt und das eigene Leben zu verändern und zwar dadurch, dass wir uns schwerpunktmäßig auf die positiven und erfreulichen Aspekte konzentrieren, die immer auch vorhanden sind.

Man kann es sich zum Beispiel zur Gewohnheit machen, jeden Abend den vergangenen Tag Revue passieren zu lassen unter dem Aspekt: Was war heute gut und erfreulich? Die Schweizer Psychotherapeutin Verena Kast empfiehlt, ein so genanntes Freudentagebuch zu führen, in welchem man auch kleine Freuden festhalten sollte. Dadurch wird nicht nur der Blick für das Positive in unserem Leben geschärft, sondern es entsteht auch ein Gefühl von Dankbarkeit und Zuversicht - zwei wichtige Säulen von Optimismus.

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