Wie es früher war auf dem Land

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Franz Bausinger referierte bei den DRK-Senioren.  Foto: 

Wie es früher war: Beim jüngsten Seniorennachmittag im Hechinger DRK-Haus erzählte Franz Bausinger aus Stetten über Feste und Bräuche und Bauernregeln in der ersten Jahreshälfte. Er begann mit den Lostagen – Tagen, denen in der bäuerlichen Lebenswelt große Bedeutung beigemessen wurde. Die Lostage ermöglichten nach altem Volksglauben Vorhersagen über die Wetterverhältnisse der folgenden Wochen oder Jahreszeiten. An Maria Lichtmess, 2. Februar, endete die Weihnachtszeit, und es war Beginn der Arbeitszeit der Dienstboten, die dann meist bis Martini beschäftigt
wurden.

Verschiedene kirchliche Festtage, nach denen ein Heiliger benannt ist, wurden ebenfalls erwähnt; so ist zum Beispiel der heilige Blasius der Patron bei Halsleiden, der heilige Valentin der Patron für Verliebte, weshalb man am 14. Februar Blumen schenkt. Selbstredend sprach der Referent auch die Fastnacht an, die letzten fröhlichen Tage vor der nun beginnenden Fastenzeit. Dann weiter die Karwoche, beginnend mit dem Palmsonntag und der Palmenweihe. Denn auch Palmzeige sind Frühlingsboten. Die Karwoche wird auch als Klagewoche bezeichnet. Ostern, Auferstehungsfest und die einschlägigen Bräuche, auch die mit den Eiern, wurden ebenfalls erwähnt.

Weiter im Jahreslauf ging es mit der Hexennacht zum 1. Mai und dem Brauch des Maibaumsteckens. Mitte Mai kommen die Eisheiligen, die ja ungebetene Gäste sind. Es folgt das Pfingstfest, symbolisiert durch die Taube. In manchen Orten geht noch der Pfingstbutz um.

Weiter nennenswert waren die Bittprozessionen für eine gute Ernte durch die heimische Flur und schließlich der Johannestag, an dem heute noch viele Johannesfeuer abgebrannt werden.

Franz Bausinger verstand es hervorragend, die vielen alten Bräuche und Bauernregeln lebhaft zu erzählen, verbunden mit einigen Anekdoten aus der alten Zeit. Die Ausführungen des Referenten wurden mit viel Beifall bedacht. Franz Bausinger erhielt auch ein Präsent überreicht.

Viele der Senioren erinnerten sich an ihre eigene Kinder- und Jugendzeit und daran, wie sie damals die Feste, Bräuche und
Bauernregeln persönlich
er­lebt haben.

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