Andrea Bosch referiert in Werkrealschule über Essstörungen

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Mit Hilfe ihres Taschenrechners ermittelten die Neuntklässler ihren Body-Mass-Index (BMI).  Foto: 

Mal isst man mehr, mal isst man weniger – das ist normal. Doch wann ist die Grenze zu einer Essstörung erreicht? Wie erkennt man sie, und was kann man dagegen tun? Darüber informierte die Apothekerin Andrea Bosch jetzt Neuntklässler der Werkrealschule Hechingen im Rahmen des Unterrichtsprojekts „Apotheke macht
Schule“.

Bosch grenzte zunächst normales Essverhalten gegenüber verschiedenen Störungen wie Magersucht, Bulimie und Binge-Eating ab und beruhigte Schüler, die sich Gedanken wegen ihres ständigen Hungers machten: „Das liegt am Wachstum, das ist bei Jungs in eurem Alter ganz normal.“ Auch wenn man mal aus Stress weniger esse, sei das noch keine Störung. Problematisch werde es dann, sensibilisierte die Expertin die Neuntklässler, wenn sich im Kopf alles nur noch ums Essen drehe. Ständiges Wiegen, falsche Selbsteinschätzung beim Blick in den Spiegel oder eine zwanghafte Nahrungskontrolle seien etwa Warnzeichen für Magersucht. „Ein halber Joghurt zum Frühstück und den Rest zum Abendessen – das ist nicht mehr normal“, machte Bosch klar.

Genauso wenig sei es normal, Kalorienmengen, die 14 Tafeln Schokolade entsprechen, auf einmal in sich hineinzustopfen. Oder aber Essen als Ersatz zu verwenden, wenn Probleme nicht mehr anders gelöst werden können.

Außer über die Merkmale von gestörtem Verhalten informierte die Apothekerin auch über die Ursachen und Folgen der verschiedenen Störungen. Deutlich machte sie, dass Essstörungen nicht nur ein Problem von Frauen sind. „Der Druck auf den Mann wächst“, betonte sie und wies die Schüler auf überzogenen Fitnesswahn hin.

Viele Neuntklässler setzten sich interessiert mit dem Thema auseinander und nutzten die Gelegenheit, ihren persönlichen Body-Mass-Index (BMI) auszurechnen oder in Zeitschriften und Prospekten zu blättern, die überzogene Schönheitsideale transportieren.

Anja Riedlbeck, Lehrerin für das Fach Gesundheit und Soziales (GuS), hatte die Apothekerin zu dem Vortrag an die Werkrealschule eingeladen. Ihr ist es wichtig, dass die Schüler nicht nur theoretisch mit solchen Themen umgehen, sondern durch Vorträge von außen auch Kontakt zur Praxis bekommen.

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