Weilheimer Senioren feiern die Ernte

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Seit dem April traf sich die Weilheimer Seniorengruppe jetzt das erste Mal wieder einmal im ehemaligen Schulsaal. Dazwischen lagen zwei Halbtagesausflüge, bei denen man sich halt doch nicht so lebhaft unterhalten kann. Neben der Feier zum Erntedank lud Gudrun Kanz zum Oktoberfest ein mit Dirndl und Lederhose, aber die Weilheimer Senioren feiern nicht auf bayerisch. Nur sie allein kam im Dirndl. Bei den Männern zeigte sich nur einer mit Lederhose, der kam aus Hechingen; er ist aber Stammgast in dieser geselligen Gruppe.

Die rührige Gudrun Kanz freute sich auf die rege Teilnahme und wünschte einen fröhlichen Nachmittag in der Seniorenrunde. Jeder könne so feiern, wie er wolle, stellte sie mit Blick auf die Kleidungsfrage fest. Sie hatte wieder ein tolles Programm auf Lager mit Gedichten, Liedern, Erzählungen, nur fehlte die Musik, die in Weilheim zurzeit weniger aktiv ist. Aber auch ein Stammgast gab Proben seines dichterischen Könnens. Tische und Fensterbänke im Schulsaal hatte das Team herbstlich geschmückt, sogar der Zugang und das Treppenhaus waren eine Augenweide. Zum Auftakt gab es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, darunter auch eine Zwiebelbeet, die nach alter Sitte zur Kirbe gehört. Alle sangen das Erntedanklied, der Text war verteilt worden. Das folgende Programm war recht lustig, im Gedicht „’s Metzga“ erfuhr man, wie es im ländlichen Haushalt früher an diesem Festtag zuging mit Bekannten, naher Verwandtschaft und Nachbarn, für die Kinder war es besonders schön.

Metzgermeister und Hausmetzger Johann Stauß gab Gudrun Kanz Recht, nur sei es oft für den Metzger schwer gewesen, weil es immer wieder ein Schnäpsle gab. Lachsalven löste das Gedicht „Der Gottlieb und sei Moscht“ aus, denn sein Pech beim Mostfassanstich bei Nacht wäre filmreich gewesen. Zu dieser Moschtgeschichte gab Ex-Ortsvorsteher Johann Stauß ein Zusatzgedicht mit „A Krügle Moscht“. Mit „’s ischt einfach nemme des“ setzte Gudrun Kanz die Gedichte fort,  und man zollte auch hier Beifall. Die zeitlichen Änderungen sind auch für die Senioren spürbar. Gudrun und Käthe Fetzer hatten mit der Politik sorgen und diskutierten, wenn sie wählen sollten.

Es folgten Volkslieder über Heimat, Liebe, Abschied und zum Schluss „Lustig ist das Rentnerleben“, was nicht immer stimmte. Johann Stauß, Ex-Vorsitzender des Gesangvereins Liederkranz, der heute nicht mehr besteht, trug das bekannte Lied „Der Gsangverei“ vor und weckte alte Erinnerungen. Gudrun Kanz gab zum Schluss noch zwei weitere Lachtexte zum Besten. Jetzt war der Hunger auf dem Vormarsch, doch Gudrun Kanz hatte mit Wurstwecken vorgesorgt. Wer wollte, bekam sogar zwei dieser Leckerbissen.

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