Vor 2016 passiert hier wohl nichts

Der imposante Turm der Hechinger Stiftskirche bleibt wohl noch lange eingerüstet. Für die Sanierung fehlen mehr als eine Million Euro. Im September soll nun ein Förderverein gegründet werden.

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Im Sommer 2014 waren Steine vom Turm herab direkt auf den Gehweg gekracht. Glücklicherweise ist dabei niemand zu Schaden gekommen. Doch es zeigte sich: Es muss dringend etwas an der Hechinger Stiftskirche getan werden.

Das Problem bei Sandsteinbauten, so wie die Stiftskirche einer ist: Sobald irgendwo auch nur der kleinste Riss auftritt, kann sich Feuchtigkeit einlagern. Wenn's im Winter dann kalt wird, entfaltet das Eis seine ganze Sprengkraft. Und wie viele Risse es dort oben am Hechinger Stiftskirchenturm gibt, lässt sich schön an den Gräsern und kleinen Bäumchen sehen, die dort wachsen.

Gefahr war also im Verzug. Die katholische Kirchengemeinde musste handeln. Der Kirchturm wurde komplett eingerüstet. Eine Spezialfirma, Fuchs aus Bühlertann, rückte an, um den immerhin (mit Kreuz) gut 55,5 Meter hohen Turm sicher einzupacken. 2500 Quadratmeter Netz umhüllen seit Ende vergangenen Jahres den Turm. Schon das kostete: Gut 50 000 Euro fielen allein für den Aufbau an. 2800 Euro kostet das Schutzgerüst, nur damit es überhaupt steht, pro Monat.

Irgendwann soll aus dem jetzigen reinen Schutzgerüst natürlich ein echtes Arbeitsgerüst werden. Doch das wird wohl noch dauern. Stadtpfarrer Gabriel Maiwald rechnet nicht mehr damit, dass sich da in diesem Jahr überhaupt noch etwas tun wird. "Ich fürchte, dass wird ins nächste Jahr gehen."

Denn die Sanierung hängt natürlich an den Kosten. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht geklärt. "Mit über zwei Millionen Euro müssen wir auf jeden Fall rechnen", sagt Maiwald. Architekt Wolfram Golias hat die Baupläne fertig, diese sind inzwischen auch beim Regierungspräsidium in Tübingen eingereicht worden. Das Regierungspräsidium hat die vorzeitige Baugenehmigung erteilt.

Jetzt ist das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg gefordert. Doch dieses will die Sanierung seinerseits erst genehmigen, wenn der Finanzierungsplan steht. Und da besteht leider noch eine "Finanzierungslücke von 1,11 Millionen Euro", wie Pfarrer Maiwald zugibt. Das ist viel für die römisch-katholische Kirchengemeinde St. Luzius Hechingen.

Ebenfalls ein Wörtchen bei der Sanierung mitzureden hat das Denkmalamt. Wie viel Geld aus Gründen des Denkmalschutzes aber zugeschossen wird, steht bislang noch nicht fest. Pfarrer Maiwald hat sich noch einmal eindringlich an das Regierungspräsidium gewandt: "Wir würden die Zahl schließlich schon gerne wissen."

Und natürlich will der Pfarrer auch auf die Stadt Hechingen zugehen, um Geld für die Sanierung des Stiftskirchenturms zu bitten. "Aber die müssen nichts geben."

Jetzt setzt Maiwald seine Hoffnung auf einen Termin in ein paar Wochen beim Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg. Noch einmal soll dort die Geldfrage besprochen werden. "Denn die fehlenden 1,11 Millionen Euro können wir eigentlich nicht selbst stimmen", so Maiwald. Durch kleinere Aktionen und Spenden sind bislang rund 20 000 Euro für die Sanierung des Kirchturms zusammengekommen. Im September soll ein Förderverein gegründet werden. "Wir wollen ein Signal geben", sagt Maiwald, "dass von uns aus wirklich alles getan wird".

Der Förderverein soll mit Veranstaltungen für Spendengelder werben. Wenn alles nicht reicht, "müssen wir notfalls ein Darlehen aufnehmen". Maiwald: "Denn machen müssen wir den Turm ja."

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