Von der Natur signiert

Künstlerisches Frühlingserwachen in der Zollernstadt: Energiegeladene Werke von Temenuzhka Dikanska-Greber zaubern derzeit ein wahres Feuerwerk an Farben in die Hechinger Rathausgalerie.

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Künstlerin Temenuzhka Dikanska-Greber erläuterte den Besuchern der Vernissage in der Hechinger Rathausgalerie ihre farbenprächtigen Werke.  Foto: 

Mit einer Vernissage wurde die Ausstellung "Farbenvielfalt" am Freitagabend eröffnet. Die Hechinger Kulturreferentin Sylvia Sanktjohanser freute sich, zahlreiche Besucher begrüßen zu können, die sich von den vitalen, farbenfrohen Gemälden und Wandteppichen von Temenuzhka Dikanska-Greber gefangen nehmen lassen wollten.

Für musikalischen Schwung sorgte bei der Ausstellungseröffnung der Kirchenchor St. Kolumban aus Schwenningen/Heuberg, in dem die Künstlerin selbst mitsingt. Unter der Leitung von Stephanie Simon trugen die Sängerinnen und Sänger Lieder wie "Bel Ami" oder die schwäbische Version von Hubert von Goiserns "Weit, weit weg" vor und ernteten viel Applaus.

Poetische Worte steuerte der Bisinger Heimatdichter Willi Birkle bei, der neben einem Frühlingsgedicht und einem Werk über die Geschichte Hechingens auch eigens für das in der Ausstellung gezeigte Gemälde "Frauenschuh" verfasste Verse über die heimische Orchideenart zum Vortrag brachte.

Eine Einführung in die Ausstellung gab Andreas Fleck, langjähriger Freund und Kenner der Arbeiten von Temenuzhka Dikanska-Greber, die in Bulgarien geboren wurde und ihre künstlerische Karriere in Sofia begann. Nach ihrem Studium an der Nationalen Akademie der Bildenden Künste arbeitete sie dort als Kunstlehrerin, bevor sie 2012 nach Deutschland kam, um ein Studium an der Kunsthochschule Kassel zu absolvieren. Seit 2011 lebt sie in Schwenningen auf der Alb. In mehr als 60 Ausstellungen im In- und Ausland - unter anderem bei der Documenta in Kassel - hat sie ihre Werke schon präsentiert.

In Hechingen sind neben Bildern in Öl und Acryl auch großformatige handgewebte Teppiche zu sehen. Allen gemeinsam ist ihre Verbindung zur Natur, die in all ihren Facetten erscheint und aus der die Künstlerin ihre Inspiration schöpft. "Knospen, die Hoffnung symbolisieren, scheinbar endlose Spiral-Motive, die das Wachsen und Entstehen versinnbildlichen" - sie alle würden die Sehnsucht nach dem Erwachen der Natur ausdrücken, so Fleck.

Sämtliche Werke, ob die von Blautönen dominierten Meeres-Impressionen, die Pflanzenbilder mit Seerosen und Frauenschuh oder auch die Tropfen-Bilder, die scheinbar "von der Natur signiert" wurden: Sie alle bilden nie die Realität ab, sondern geben sie abstrahiert wieder. "Ziel ist nicht die Kopie der Natur, sondern das schöpferische, kreative Arbeiten", unterstrich der Experte. Dies gelte auch für die kristallinen Werke, die auf den ersten Blick abstrakt scheinen, aber alle im Mikrokosmos der Natur vorkommen. Während die Wandteppiche in oft monatelanger Handarbeit so filigran gewoben werden, dass sie wie gemalt erscheinen, entstehen auch die Bilder in feinster Technik, "beinahe wie in der Ikonen-Malerei", so Andreas Fleck.

Einerseits würden die Exponate eine angenehme Ruhe und Harmonie vermitteln, andererseits aber auch Energie und Lebensfreude versprühen. "Die Farben sind mal heiter, mal empfindsam"; wie durch einen Regenbogen würden so Himmel und Erde verbunden, betonte der Laudator. Die Ausgewogenheit und das Zusammenspiel von Licht und Schatten sorgten dabei für eine enorme perspektivische Wirkung. Stets lasse die Künstlerin aber auch Raum für Phantasie und eröffne dem Betrachter die Möglichkeit, in ihre "gemalte Poesie" einzutauchen.

Info Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags, jeweils von 8.30 bis 12.30 Uhr, und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. An den Sonntagen 15. März und 12. April ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Künstlerin wird an diesen beiden Tagen vor Ort sein.

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