Von Barock bis Pop

Das Stettener Kulturleben fand auch in diesem Jahr mit dem traditionellen Weihnachtskonzert des Blasorchesters des Musik-vereins in der Klosterkirche St. Johannes einen glanzvollen Abschluss.

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Mit Recht feiern lassen durfte sich das Stettener Orchester um Dirigent Klaus Endreß für sein begeisterndes Weihnachtskonzert.  Foto: 

Nach der Begrüßung der Besucher in der voll besetzten Klosterkirche durch den Vorsitzenden Rainer Fink eröffnete das Blasorchester unter der Leitung seines Dirigenten Klaus Endreß das Konzert mit dem feierlichen "Arioso" aus dem Cembalo-Konzert Nr. 5 in f-moll von Johann Sebastian Bach. Für Blasmusik arrangiert wurde das barocke Musikstück durch Jacob de Haan, einen Niederländer. Die Stettener Musiker verstanden es ausgezeichnet, die Melodien der Barockzeit gefühlvoll vorzutragen.

Rund 250 Jahre jünger war das folgende Musikstück des in Prag geborenen Komponisten Pavel Stanek, der sich als Dirigent eines Militärmusikkorps und mehrerer großer Orchester und als Komponist einen Namen gemacht hat. Er wurde stark durch die Folklore seines Heimatlandes Böhmen beeinflusst, so auch bei dem auf dem Programm stehenden Stück "My Country" (Mein Heimatland). Das Blasorchester trug diese Komposition mit dem für Stanek typischen melodiösen Klangbild vor, wobei die Verbundenheit des Komponisten zu seiner geliebten böhmischen Heimat gut zum Ausdruck kam.

Mit dem "Kanon" von Johann Pachelbel ging es dann wieder zurück in die Barockzeit. In einer Bearbeitung für Blasorchester von Angelo Riva kam das populärste Werk des 1653 in Nürnberg geborenen Komponisten, der auch zu den wichtigsten deutschen Schöpfern von Orgelmusik gehört, hervorragend zum Vortrag. Der Blasmusikkomponist Ted Huggens war danach mit "Phantasie über ein Vesperlied" an der Reihe, bei dem barocke Kompositionstechniken mit moderner rhythmischer Begleitung und Phrasierung verbunden sind. In diesem Werk ließ das Blasorchester ein Kirchenlied nicht nur im klassischen und feierlichen Klangbild, sondern auch in sehr flotter und swingender Abwandlung erklingen.

Der folgende musikalische Leckerbissen "You raise me up" aus der Feder der Komponisten Brendon Graham und Rolf Lovland, arrangiert von Heinz Briegel, ließ die Herzen der Besucher höher schlagen, konnten sie doch eine Premiere erleben: Erstmalig beim Musikverein Stetten übernahm eine männliche Gesangsstimme den Solopart: Daniel Fink übetraf mit seiner kräftigen Stimme alle Erwartungen. Davon zeugte spontaner, lang anhaltender Beifall für Solist und Orchester aus.

Das nächste Stück, "Esprit", eine Ouvertüre des jungen Schweizer Komponisten Mario Bürki, hatte das Blasorchester beim Wertungsspiel in Dotternhausen als Selbstwahlstück vorgetragen und war mit "sehr gut" bewertet worden. Beim Weihnachtskonzert konnten es nun auch die Stettener hören.

Das weltberühmte Weihnachtslied "White Christmas" von Irving Berlin in einem Arrangement für Blasmusik von Naohiro Iwai begeisterte das Publikum derart, dass es spontanen Beifall spendete.

Zum krönenden Abschluss des Konzerts spielte das Orchester ein Potpourri von vier traditionellen amerikanischen Weihnachtsliedern, arrangiert von Stef Mennebo, abermals quittiert durch lang anhaltenden Beifall.

Als Zugabe spielte das Orchester "Pop looks Bach", ein Werk, das auf einem musikalischen Motiv von Johann Sebastian Bach basiert. Allerdings lässt das sehr moderne und poppige Klangbild den barocken Ursprung der Melodie nur noch ahnen. Zum Abschluss erklang das Stettener Weihnachtslied "Heil'ge Nacht, du kehrest wieder", gemeinsam gesungen und gespielt von Orchester und Publikum. Durch das Programm führte Hansjörg Bart in gewohnt sicherer Weise.

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