Viel Ärger um nichts im "Höfle"?

"Im Höfle", einer Sackgasse im Sickinger Ortskern, gibt es unter den Nachbarn Ärger. Ein Anlieger soll die Straße beschnitten haben. Er dementiert dies.

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Mit einem Asphaltschneider soll der Höfle-Bewohner die Straße um bis zu einen halben Meter schmaler und damit zu einem Nadelöhr gemacht haben, klagen die Dorfbewohner. Der Betroffene und seine Frau streiten dies allerdings ab.

Bei ihrem Rundgang durch den Hechinger Stadtteil kamen die Sickinger Ortschaftsräte am vergangenen Montag auch an eine Baustelle "Im Höfle", wo ein Hausbesitzer zur Zeit eine Mauer um seinen Garten errichtet. Mit einem entsprechenden Gerät habe der Mann eigenhändig einen breiten Straßenstreifen abgefräst, sagten die Nachbarn, die sich durch diese Aktion schikaniert fühlen. Die Situation sei wegen der engen Straße schon immer an der Grenze des Zumutbaren gewesen, klagten die Anlieger, Und das habe sich jetzt noch verschlimmert.

Die Häuser im "Höfle" sind für Müll- und Heizölfahrzeuge und die landwirtschaftlichen Maschinen eines Anliegers offenbar nur unter Problemen zu erreichen. Mit dem Hinweis auf die deutlichen Kratzspuren an den Mauerwänden im Eingangsbereich des "Höfle" bleiben allem Anschein nach auch Autofahrer dort immer wieder beim Rückwärtsfahren hängen. Befürchtet wird nun, dass die Feuerwehr bei einem Brand vielleicht nicht mehr direkt an die Häuser heranrücken kann.

Das Baurechtsamt der Stadt Hechingen sieht keine Eingriffsmöglichkeit, lässt Ortsvorsteher Gerhard Henzler wissen. Er zitierte aus einem Schreiben: Das "Höfle" habe an der schmalsten Stelle eine Breite von etwa drei Metern. Dies reiche auch unter dem Gesichtpunkt des Brandschutzes aus. Die betroffenen Gebäude seien alle unter sieben Meter hoch, so dass der Zweite Rettungsweg mit einer Steckleiter gewährleistet werden könne. Eine direkte Zufahrtsmöglichkeit mit der Drehleiter sei nicht erforderlich. So weit das Schreiben der Stadt.

Dieser Aussage widersprach jedoch ein Hausbesitzer, der die Firsthöhe aller Häuser mit über sieben Metern angab. Sein eigenes Haus sei elf Meter hoch, ließ er beim Lokaltermin wissen.

Ortsvorsteher und Ortschaftsrat appellierten an die Vernunft und an mehr Weitsicht in der Dorfmitte. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe die Gemeinde dafür gesorgt, dass ein befestigter Feldweg zu den fünf Bauernhäusern verbreitert und später auch geteert wurde, damit der landwirtschaftliche Verkehr erleichtert werde. Alle Anlieger hätten dieses Vorhaben unterstützt, indem sie eigene Flächen zur Wegverbreiterung zur Verfügung stellten.

"Wo ist dieser gut- nachbarschaftliche Geist von damals geblieben?", fragte der Ortsvorsteher. Gerhard Henzler fuhr fort: "Wenn alle ,Höfle-Anwohner ihren Anteil wieder zurückbauten, hätten wir wieder Verhältnisse wie vor dem Krieg. Das kann doch weder im privaten noch im öffentlichen Interesse liegen!"

Das beim Ortstermin abwesende Ehepaar wies in der Sprechstunde des Ortsvorstehers alle Ängste und Sorgen der Anlieger zurück. Es finde keine Verengung der Straße statt, versicherten sie. Die neue Mauer stehe in dem Bereich, wo auch die alte gestanden habe. Zwischen der Mauer und der Straße werde es einen zirka 25 Zentimeter breiten Pflasterstreifen geben, der den Eingangsbereich des "Höfle" sogar verschönere. Außerdem will man dafür sorgen, dass ein Schild "Sackgasse, keine Wendemöglichkeit" auf ihrem eigenen Grund angebracht wird, damit sich keine Fahrzeuge mehr "Im Höfle" verirren.

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