Vermummt ins Sportstudio

Das Hechinger Injoy-Fitnessstudio wurde Anfang des Jahres zwei Mal vom gleichen Einbrecher heimgesucht. Der Täter erbeutete dabei mehrere hundert Euro und Laptops. Jetzt steht er vor Gericht.

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Zwei Mal wurde ins Hechinger Fitnessstudio "Injoy" eingebrochen. Beim zweiten Mal hatte der Täter einen Schlüssel dabei - und der wurde ihm zum Verhängnis. Foto: Samira Eisele

Hechingen - Zwei Mal wurde im Fitnessstudio Injoy in Hechingen eingebrochen: Einmal im Januar und dann noch einmal Anfang März. Die Beute: jeweils ein Laptop aus dem Thekenbereich und Bargeld - einmal den Kasseninhalt von 900 Euro und einmal die mit 700 Euro gefüllte Trinkgeldkasse der Angestellten. Und offenbar macht so ein Einbruch durstig: Nach dem ersten Diebstahl fehlten auch drei Liter Milch aus dem Kühlschrank des Studios. Um in die Räume des Fitnessstudios zu kommen, hebelte der Einbrecher mehrere Notausgangstüren auf und richtete damit auch noch einen Sachschaden von mehreren tausend Euro an.

Vor dem Amtsgericht Hechingen begann gestern die Verhandlung. Dem Angeklagten, einem 44-jährigen arbeitssuchenden Hechinger, wurde neben dem besonders schwerer Fall des Diebstahls auch noch ein Fall von Hausfriedensbruch vorgeworfen: Er soll sich im Jobcenter Balingen geweigert haben, das Zimmer seiner Sachbearbeiterin zu verlassen.

Der Angeklagte äußerte sich gestern nicht zu den Einbruchs-Vorwürfen. Den Hausfriedensbruch gestand er ein. Verteidiger Holger Böltz erklärte, sein Mandant sei bei dem Besuch im Jobcenter aufgebracht gewesen, weil seine Bezüge noch nicht angekommen waren.

Dass beide Einbrüche im Fitnessstudio vom gleichen Täter begangen wurden, steht für den Injoy-Geschäftsführer fest. In dem Studio sind Überwachungskameras installiert, die in beiden Einbruchsnächten eine vermummte Person zeigten, so der Zeuge. Neben der gleichen Kleidung, bestehend Militärjacke, Kapuze und Strumpfmaske, sei es "die Vorgehensweise" gewesen, die für den gleichen Täter spricht. "Wir haben noch darüber gelacht, dass er wieder das gleiche macht: Schubladen gleich aufmacht - was soll da auch drin sein, in einer Schublade in einem Fitnessstudio?", erzählt der Geschäftsführer über das Betrachten der Aufnahmen nach den beiden Einbrüchen. Wegen der Strumpfmaske sei das Gesicht des Täters auf den Videoaufnahmen allerdings nicht erkennbar gewesen.

Beim zweiten Einbruch kam der Täter mit einem Schlüssel durch ein Eingangstor im Untergeschoss in das Gebäude. Weil ein Schlüssel im Spiel war, fiel der Verdacht auf den Angeklagten, der damals für eine Wing-Tsun-Schule im Untergeschoss des Gebäudes arbeitete.

Völlig überraschend für den Verteidiger wie auch den Staatsanwalt entwickelte sich die Verhandlung gestern weiter: Der Injoy-Geschäftsführer erklärte, er habe auf Bildern der Überwachungskamera der Kampfsportschule das Gesicht des Angeklagten erkannt. Beim aufschließen der Tür sei das Gesicht des Täters kurz erkennbar gewesen: "Und 30 Sekunden später hörte man einen Riesenknall, das muss die Notausgangstüre gewesen sein". Erst auf dem Weg vom Untergeschoss hoch ins Fitnessstudio muss sich der Täter wieder vermummt haben, denn die späteren Aufzeichnungen zeigen ihn wieder mit Maske.

Das Video mit dem unvermummten Gesicht des Einbrechers lag dem Gericht nicht vor. Auch der zuständige Sachbearbeiter der Polizei konnte im Zeugenstand nur von Videoaufnahmen berichten, auf denen man "was huschen sehen", aber kein Gesicht erkennen konnte.

Um die Beweislage zu klären werden nun die fraglichen Videoaufzeichnungen besorgt und gesichtet. Die Verhandlung wurde abgebrochen und das Verfahren ausgesetzt, bis die Aufnahmen verfügbar sind.

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