Tourismus nimmt indonesische Insel in den Würgegriff

Spenden aus Hechingen waren ein Funken Hoffnung für die Menschen auf der indonesischen Insel Sumba während der Dürrekatastrophe Ende 2011. Jetzt plant Pfarrer i. R. Martin Baier die nächste Hilfsaktion.

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  • Niedergebrannte Bauerndörfer auf der Insel Sumba: Die Insulaner werden verjagt, weil ausländische Investoren das nächste "Urlaubsparadies" wittern. 1/2
    Niedergebrannte Bauerndörfer auf der Insel Sumba: Die Insulaner werden verjagt, weil ausländische Investoren das nächste "Urlaubsparadies" wittern.
  • Martin Baier engagiert sich für notleidende Menschen in Indonesien. 2/2
    Martin Baier engagiert sich für notleidende Menschen in Indonesien.
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In wenigen Wochen tritt Pfarrer i. R. Martin Baier seine nächste Indonesienreise an. Er ist alarmiert. Baier hat Kontakt zu einem pensionierten Studiendirektor aus Norddeutschland, der im April auf der Insel Sumba war und berichtet: "Die Lage in Ost-Sumba ist wirklich nicht gut. In einigen Gebieten hat es während der Monsunzeit kaum geregnet. In Baing, wo die Seen normalerweise nach dem Monsun überlaufen, sind diese diesmal nur halb voll."

Angesichts solcher Schilderungen freut sich Martin Baier besonders über die vor wenigen Tagen eingegangene Anfrage des evangelischen Entwicklungdienstes "Brot für die Welt". Die Organisation will unter dem Stichwort "Wasser" auch auf die Lage auf Sumba aufmerksam machen und sich eventuell für die dortige Wassernot einsetzen. Mit großer Ausdauer versucht Dr. Baier, Großorganisationen wie Brot für die Welt, Misereor, die Deutsche Entwicklungshilfe und nicht zuletzt indonesische Regierungsstellen für ein Großprojekt wie unsere Albwasserversorgung zu gewinnen.

Die große Dürrekatastrohe von 2011 ist also immer noch nicht verkraftet, da wird die Insel Sumba von einer neuen übermächtigen Kraft in den Würgegriff genommen: dem Tourismus.

Um Platz für Hotels zu schaffen, werden Bauernhütten und ganze Dörfer einfach eingeäschert: "Im Westen Sumbas brennen sich die Menschen gegenseitig die Dörfer nieder. Land, wo man seit Jahrzehnten wohnt, bekommt durch den Tourismus plötzlich einen Wert und da stören die Menschen", beschreibt Baiers Kontaktmann die aktuelle Lage.

Dr. Baier, Gründer und Vorsitzender des Freundeskreises Indonesische Außeninseln (FIA), hat sich diese Angaben auch von seinem indonesischen Gewährsmann auf Sumba, Pelippus Renggi, bestätigen lassen. Dabei hat Martin Baier inzwischen selbst profunde Kenntnisse über die Insel und weiß: "Touristikfachleute handeln mit Sumba als Nachfolge-Highlight von Bali. Noch ist Massentourismus auf Sumba wegen fehlender Infrastruktur nicht möglich, aber es wird daran gearbeitet." Auf seiner Indonesienreise 2012 hat Baier zum Beispiel einen Italiener kennengelernt, der mit Strohmännern Hotelanlagen im Südwesten Sumbas errichten will. Aus verschiedenen Quellen sei zu hören, dass mittlerweile die gesamte Südwest-Küste an Nicht-Sumbanesen und Investoren verkauft ist.

Der FIA sieht das Lebensumfeld der Insulaner in großer Gefahr. Die niedergebrannten Dörfer sieht Martin Baier als alarmierendes Vorzeichen an. "Dies wird bei meiner Reise eine wichtige Untersuchung und - wenn nötig und möglich - Hilfsaktion werden." Er ist davon überzeut, dass die sumbanesische Volkskirche GKS sich ihrer Aufgabe bewusst ist, den vertriebenen Bauern beizustehen und, wie bei der Dürrekatastrophe 2011, mit Neuansiedlungen und Saatgut eine neue Existenz zu ermöglichen. "Durch Ihre Spenden, verehrte Leserinnen und Leser, werden wir uns an dieser Hilfsaktion beteiligen können", appelliert Baier in einem Rundschreiben an Mitglieder und Freunde des FIA - und natürlich an alle Spendenwilligen in Hechingen und Umgebung.

Der FIA fühle sich herausgefordert, sagt Baier. "Humanitäre Hilfe, wo Armut und Not das Leben an seine Grenzen kommen lässt", sei, neben der Weitergabe des Evangeliums, der Arbeitschwerpunkte des Freundeskreises.

Info Spendenkonto: Freundekreis Indonesische Außeninseln; Pfr. i. R. Martin Baier, Hechingen, Volksbank Tailfingen Konto-Nr. 30115000; BLZ 65392030.

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