Spannende Kontraste

Die neue Ausstellung in der Villa Eugenia lebt von der Spannung zwischen den figurativen Skulpturen Ralf Ehmanns und der abstrahierenden, fast changierenden Flächigkeit der Aquarelle von Guntram Funk.

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Die neue Doppelausstellung des Fördervereins Villa Eugenia ist zu sehen bis zum 22. Mai. Zumindest auf den zweiten Blick hätten die gezeigten Werke Gemeinsamkeiten, betonte die in die Ausstellung einführende Kunsthistorikerin Jutta Fischer. Zum Beispiel steht immer der Mensch im Mittelpunkt, selbst dort, wo Guntram Funk menschenleere Landschaften zeigt. Beide Künstler "schaffen bewusst Irritationen, lösen Emotionen aus, sensibilisieren auch die Wahrnehmungsweisen." Das sei es eben, was gute Gegenwartskunst ausmache.

Diesem Anliegen stellt sich auch der Förderverein, wie dessen stellvertretender Vorsitzender Franz-Josef Heukamp betonte. Er stellte den zahlreichen auswärtigen Gästen der Vernissage die Villa und die Arbeit des Fördervereins vor, verwies aber auch darauf, dass sich 2017 mit Auslaufen des Vertrages mit der Stadt einiges ändern könne.

Bis zum 22. Mai sind nun die oft kleinformatigen Skulpturen des Ralf Ehmann zu sehen, meist aus Marmor oder Bronze, Ersteres mit glatten, Letzteres mit bewegt-rauen Oberflächen. Es sind Figurengruppen, Menschen im Gespräch, einvernehmlich oder auch streitend, daneben eher fantastische Motive, es geht aber immer um die menschliche Figur. Sie deuten über die reale Wahrnehmung hinaus, es sind oft traumhafte Szenarien, "in denen Dinge, Menschen, Landschaften und Räume kombiniert werden. Einfühlsam beschriebene zwischenmenschliche Regungen lassen die Betrachter nachdenklich oder irritiert zurück", umschreibt Jutta Fischer.

Diese Ambivalenz zwischen den Dingen und den Menschen entdeckt die Fachfrau ebenso bei Guntram Funk. Während aber Ralf Ehmann in mehreren Medien arbeitet, konzentriert sich Funk bewusst auf die Aquarellmalerei. Seine Anregungen findet er sowohl rund um seinen Wohn- und Arbeitsort Vaihingen bei Stuttgart wie auf ausgedehnten Reisen bis nach Laos und Bali. Seine "Rote Stadt", gemeint ist Marrakesch, fesselt den Betrachter mit intensiven und gleichwohl luziden Farben ungemein. Daneben stehen seine "Barocken Erzählungen". Ausgehend von Aktzeichnungen im Stile eines Caravaggio, werden sie frei transformiert, lösen sich in Hell-Dunkel-Kontrasten auf, und aus dem Gegenständlichen wird das Abstrakte.

Neben Plein-Air-Arbeiten, etwa bei der Marokko-Serie, stehen völlig fantastische Motive, bei denen das Aquarellpapier längere Zeit in Aquarellwasser gehalten wird. Die Farbpigmente setzen sich ab, es entstehen schichtenartige Farbbereiche, aus Abstraktem wird Gegenständliches. Auch das ist ein Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung, wie es sich ebenso in Ralf Ehmanns Arbeiten zeigt, mit einer multidimensionalen Realität, wie sie heute vielfach Wirklichkeit ist.

Info Öffnungszeiten: samstags 15 bis 17 Uhr, sonntags 14 bis 17 Uhr.

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