So viel Kultur verloren

Eine interessierte Gruppe war mit der Initiative Hechinger Synagoge auf Exkursion zum Betsaal in Horb und zum Auerbach-Museum in Nordstetten.

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Mitglieder der Initiative Hechinger Synagoge haben in Nordstetten das Auerbach-Museum besucht.

Beim Horber "Betsaal" waren die Teilnehmer tief beeindruckt von der dort seit Jahren geleisteten Arbeit (Restaurierung, Forschung, Museumsbetrieb, Aufklärung, Begegnungen).

Wer weiß schon, welche verheerenden Auswirkungen die sogenannte Judenzählung 1916 im deutschen Heer hatte? Wer weiß schon, wie viele Menschen jüdischen Glaubens beispielsweise aus Horb und Umgebung ihr Leben im Ersten Weltkrieg als Soldaten für das Deutsche Reich eingesetzt haben? Das sind nur Beispiele aus der vielfältigen Forschungs- und Dokumentationsarbeit, die in Horb geleistet wird. Begeistert war man von der freundschaftlichen Aufnahme und Begleitung durch Barbara Staudacher und Heinz Högerle.

Im Nordstettener Schloss wartete schon Irene Vogel auf die Hechinger Gruppe. Anschaulich und lebendig stellte sie Leben und Werk des jüdischen Schwaben Berthold Auerbach vor, der zu seiner Zeit außerordentlich viel gelesen wurde; sie ging auch auf die Beziehungen Auerbachs zu Hechingen ein; er hat dort zwei Jahre lang die Talmudschule besucht. Mancher nahm sich vor, wenigstens einige der "Schwarzwälder Dorfgeschichten" (wieder) zu lesen.

Wichtigster Ertrag der kleinen Exkursion jedoch war bei allen die Erkenntnis, wieviel Substanz unser Leben und unsere Kultur mit der Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Deutschen unwiederbringlich verloren haben.

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