SKM-Zollern serviert erstklassigen Hörgenuss

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Thomas Wacker (links) und Thorsten Gary aus Bretten sind Simon & Garfunkel - zwar rein überhaupt nicht optisch, aber akustisch sehr wohl. Ihr ukrainischer Bratschist Vadim Razumnyy lässt dazu die Saiten schwingen.  Foto: 

Der Rechtliche Betreuungsverein SKM-Zollern präsentiert mit schöner Regelmäßigkeit Unterhaltungshäppchen. Die sind ein Dank für seine Mitglieder und seine haupt- und ehrenamtlichen Betreuer, aber auch ein Stück muntere Öffentlichkeitsarbeit. Nach dem Heeresmusikkorps 10 aus Ulm im Herbst gab es am Freitag Simon & Garfunkel auf die Ohren. Wer das amerikanische Folkrock-Duo partout nicht kennt, hat vielleicht „Die Reifeprüfung“ gesehen. „Mrs. Robinson“ ist eine der Hauptrollen und der wahrscheinlich bekannteste Hit von Simon & Garfunkel.

Was man schon immer geahnt hatte, bringt das baden-württembergische Simon-and-Garfunkel-Tribute-Duo beweislastig auf die Bühne: Die Lieder von Paul und Art sind wie gemacht für ein Streichquartett. „Graceland“, benannt nach dem Afrika-Klassiker von Paul Simon von 1986, sorgt seit 2011 für ausverkaufte bis gut gefüllte Hallen in ganz Deutschland. Das funktioniert als Duo mit zwei Gitarren, ebenso mit Schlagzeug und Bass, aber auch mit Streichquartett und sogar einer kompletten Leipziger Philharmonie.

Beim Benefizkonzert in Hechingen, wie immer unterstützt von der HZ und weiteren Sponsoren, hauten wohl der Brückentag und das Sommerwetter rein: Es waren zwar gut 200 Besucher in der Stadthalle, aber SKM-Geschäftsführer Wilfried Neusch und sein Team hatten sich doch etwas mehr zahlende Gäste erhofft. Wer nicht gekommen ist, dem sei die Stones-Zunge herausgestreckt. Denn man mag die Musik von Simon & Garfunkel mögen oder nur als Kontrastprogramm für die nächste richtige Rockplatte nehmen, der Abend mit „Graceland“ war ein einziges Hörvergnügen.

Thomas Wacker, ein studierter Konzertgitarrist, und Thorsten Gary, ein Musiktherapeut, haben rein äußerlich nun wirklich nichts mit Paul Simon und Art Garfunkel gemein. Aber wie die beiden Badener aus Bretten singen, das kommt schon sehr, sehr nah an die Originale heran! Dies gilt besonders für Gary, der den Gesangspart von Art Garfunkel übernimmt. Bei den Gitarren sitzt so gut wie jeder Originalgriff. Alle Achtung! Dass Gesang und Musik nicht zur puren Nostalgie-Schau werden, da baut „Graceland“ vor. Bei einigen der über 30 Songs wagte sich das Tribute-Team an so etwas wie eigene Interpretationen. Das fiel besonders auf bei „Homeward Bound“ und bei „Graceland“. Obwohl sie auch da mithilfe der Bassgitarre ein bissle Südafrika schafften.

Total eigen wird „Graceland“ allerdings durch das Multi-Kulti-Streichquartett: eine Japanerin und ein Italiener an den Violinen, ein ukrainischer Bratschist und ein russischer Cellist. Die beiden Letzteren gaben die Derwische und machten den Folkrock von vor einem halben Jahrhundert zu einem Hörerlebnis heutiger Tage.

Klar, dass „Graceland“ alle bekannten Hits bringt. Muss man die Titel aufzählen? Nö, kann man sich schenken. Sie wurden allesamt hoch korrekt gespielt. Keine Scheu auch vor der „Bridge over troubled water“. Gesangsmäßig ist das Hochleistungssport, aber Thorsten Gary meisterte seinen Garfunkel ziemlich makellos. Gleichzeitig gab es einiges weniger Bekanntes wie „Kathy’s Song“ und viel Paul Simon solo.

Dass im „Museum“ etliche Ü50-er und Ü60-er vereint waren, merkte man spätestens, als bei „The Boxer“ der Lie-la-lie-Refrain wie eine Eins saß. Als HZ-Redakteur hätte man derweil beim Simon-and-Garfunkel-Tribute vielleicht nicht unbedingt sein Innerstes in Form eines Iron-Maiden-Hemdchens nach außen kehren sollen: In der Pause warnte ein pensionierter Pädagoge eindringlich davor, einen Verriss zu schreiben. Man sei schließlich nicht bei einem Heavy-Metal-Konzert. Hiermit sei versichert: Unsereiner hat selbst etliche Simon-and-Garfunkel-Alben, und das Konzert war Spitzenklasse. Der Beweis: Wenn man die Augen zumachte, wähnte man tatsächlich den kleinen Paul und den großen Art auf der Bühne. Nach zweieinhalb Stunden wollten die Äuglein allerdings kaum mehr aufgehen (bei Metal ein Unding).

Wenn die Ehrenamtlichen des SKM-Zollern aktiv werden, erfüllen sie einen gesellschaftlichen Auftrag: Der Betreuungsverein kümmert sich um Menschen, die wegen einer schweren Krankheit oder Behinderung ihre Angelegenheiten selbst nicht mehr regeln können. Die SKM-Mitarbeiter sind tätig im Rahmen einer vom Betreuungsgericht angeordneten und von diesem überwachten rechtlichen Betreuung.

Seit 1986 ist der SKM im Dekanat Zollern engagiert. Den eigenen Zollern-Ableger gibt es seit 1995, er ist im gesamten Zollernalbkreis tätig. Weitere Informationen gibt es unter www.skm-zollern.de.

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