Seelentiefer Soul und poppiger Jazz

Exzellent interpretierte Jazz-Klassiker verquickt mit Elementen aus Pop, Rock, Latin und Soul präsentieren Fola Dada & Friends in der Alten Synagoge.

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Die Jazzsängerin Fola Dada und ihre Freunde brillierten. Foto: Antonia Lezerkoss

Die Sängerin Fola Dada, Frontfrau der Formation Fola Dada & Friends, ist aus der deutschen Pop-Jazz-Szene nicht mehr wegzudenken. Modern mit gewissem Flow, gleichzeitig groovy, jazzig mit dem Potenzial für eine Gänsehaut und ungemein weichem Soul- Timbre - die Künstlerin, Tochter eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter, feiert Jazz in all seinen Facetten mit ihrem unvergleichlichen und sehr individuellen Stil und Sound.

Mit einem strahlenden Lächeln und warm-dunkler Stimme eroberte sie auch in Hechingen die Bühne und die Herzen des Publikums. An den Instrumenten begleiteten und spielten mit: Klaus Graf, Saxophon, Martin Schrack, Piano, Florian Dohrmann, Bass, und Torsten Krill, Schlagzeug - einige der renommiertesten Musiker der deutschen Jazzszene.

Das unterhaltsame Programm des Freitagabends war nach den Vorlieben der Musiker gestaltet und traf voll den Geschmack der Anwesenden. Klaus Graf eröffnete und bestach mit seinem wunderbaren Saxophonton, der zwischen sanft-lyrischem Ausdruck und kontrollierter Leidenschaft pendelte. In wandlungsreichem Spiel startete er wunderbar geschmeidig aus ruhiger Beschaulichkeit in energiereiche, furios sprudelnde Tonsalven. Er jonglierte mit Motiven, band sie ein in seine rasenden Läufe und verzierte sie mit flirrenden Ornamenten.

Im Soul wohnen die dramatischen Gesten, die politischen Botschaften, aber er ist auch Heimstatt des kleinen, privaten Glück. Die zahlreichen Facetten von Liebesbeziehungen - himmelhoch-jauchzend bis zu Tode betrübt - waren ein Hauptthema in Liedern wie "Here is that rainy day", "Solitary", "Tell me all about it" und in Deutsch Peter Kreuders "Für eine Nacht voller Seligkeit". Fola Dada bot sie mit Überzeugungskraft, Inbrunst und voller Seelentiefe dar. Die Songs "My favorite things" und "Esperanto" erhielten einen verspielt-swingenden Anstrich, und "Stop the world" geriet rockig-balladesk.

Fabelhafte Begleiter hatte Dada in Florian Dohrmann am warm sonor tönenden Kontrabass und Torsten Krill, der mit seinem filigran aufgefächertem Spiel an den Drums den Rhythmus der Band vorgab. Am Piano verstand es Martin Schrack, große Musik zu machen: Aus einfachsten Sequenzen und knappen Motiven zauberte er leichtfingrig hingeblättertes Hörvergnügen.

Egal ob er verträumt die Tasten streichelte oder auf sie einhämmerte: Mit seinen einfallsreichen Soli wusste er gekonnt Akzente zu setzen und sorgte für Jubel im Publikum. Das freute sich an locker, lässig swingender Blueslust und warm, klangsatt tönendem Jamming zwischen dem Easy Listening der Lieder Dadas mit all ihrer Melodiehaftigkeit und Zartheit.

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