Schwerer Badeunfall im Freibad Hechingen

Ein achtjähriges Mädchen wurde am Samstag im Hechinger Freibad von einer Frau leblos auf dem Grund des Schwimmbeckens gefunden. Es wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Kinderklinik nach Tübingen geflogen und ist zwischenzeitlich außer Lebensgefahr. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar.

|
Drama am sonnigen Samstagnachmittag im Hechinger Freibad: Eine Frau entdeckte ein lebloses Kind auf dem Grund des Schwimmbeckens. Sie reagierte geistesgegenwärtig und rettete das untergegangene Kind aus etwa 1,40 Meter Tiefe. Im Polizeibericht heißt es dazu: „Sie hob das Mädchen aus dem Wasser und trug es an den Beckenrand zum diensthabenden Bademeister, der sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen einleitete.“

Ein zufällig anwesender Arzt reanimierte das bewusstlos Kind, bis der Rettungsdienst eintraf. Mit einem Rettungshubschrauber, der auf dem Skaterplatz beim Freibad-Parkplatz gelandet war, wurde das Mädchen gegen 16 Uhr in die Tübinger Kinderklinik geflogen. Die Achtjährige wird immer noch intensivmedizinisch behandelt, befand sich nach Angaben der Polizei aber bereits am Sonntagmorgen außer Lebensgefahr.

Ein Polizeisprecher dementierte Gerüchte, wonach es sich bei dem verunglückten Mädchen um ein syrisches Flüchtlingskind handle. Vielmehr handle es sich um ein Mädchen aus einer griechischen Familie, die im Zollernalbkreis lebt.

Noch unklar sei, wie es zu dem Unfall kam und wie lange das Mädchen bereits unter Wasser war, bevor es von dem aufmerksamen Badegast entdeckt und aus dem Becken gezogen wurde. Laut Polizei kann das Mädchen nicht schwimmen, weshalb es sich zuvor unter Aufsicht seiner Eltern im etwa 90 Zentimeter tiefen Nichtschwimmerbecken aufgehalten hatte. Der Polizei stellt sich nun unter anderem die Frage, wie das Mädchen unbemerkt in das tiefere Schwimmerbecken gelangen konnte.

Um die Umstände des Badeunfalls aufzuklären, vernahmen die Polizeibeamten noch am Samstagnachmittag im Freibad mehrere Zeugen. Die Auswertung dieser Befragungen ist noch nicht abgeschlossen. „Wir prüfen, ob es sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände handelt oder ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten, zum Beispiel Fahrlässigkeit, vorlag“, sagte Polizeisprecher Harry Frank vom Polizeipräsidium Tuttlingen.

Bislang werde noch niemandem ein Vorwurf gemacht, auch nicht dem diensthabenden Bademeister, der das Verschwinden des Kindes im Trubel offenbar nicht bemerkt hatte.

In Hechingen ruft das Freibad-Drama vom Samstagnachmittag Erinnerungen wach an den letzten schweren Badeunfall, der sich fast auf den Tag genau vor einem Jahr ereignet hat. Am 12. August 2015 war ein 22-jähriger Gambier nach einem Sprung vom Friedrichsträßler Wasserfall in einem Starzel-Gumpen ertrunken. Für den Flüchtling war jede Rettung zu spät gekommen.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Peter Baur vom Hof Laitgai misst seit 25 Jahren das Wetter

Landwirt Peter Baur vom Hechinger Hof Laitgai betreibt seit einem Vierteljahrhundert eine Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes. weiter lesen