Schönes Rangendinger Mostfest trotz mieser Ernte

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Ab in die Presse: Die Kinder packten beim Mostfest des Rangendinger Obst- und Gartenbauverein mit an.  Foto: 

Der Obst- und Gartenbauverein Rangendingen feierte in und vor dem Stuhllager der Mehrzweckhalle sein jährliches Mostfest. Viele Besucher besetzten bei strahlendem Spätsommerwetter die Garnituren im Freien. Bei Apfel- und Zwiebelbeeten sowie Schälripple mit Kraut konnte man es dort auch kulinarisch sehr gut aushalten.

Wie jedes Jahr gab es auch wieder Apfelsaft von den Rangendinger Apfelbäumen für einen kleinen Obolus zu erwerben. Manfred Beiter, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, musste jedoch einige Interessenten vertrösten, denn: „Wir hatten dieses Jahr eine schlechte Ernte. Das Frühjahr war sehr früh dran. Dann hatten wir um den 20. April zwei sehr kalte Nächte. Temperaturen um minus fünf bis minus sieben Grad. Die empfindlichen Blüten sind alle erfroren“.

In der Tat konnte der Obst- und Gartenbauverein dieses Jahr lediglich 500 Kilogramm Äpfel von zirka 80 Bäumen ernten. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es prächtige acht Tonnen. Birnen gibt es dieses Jahr so gut wie gar keine. Selbst im Vorjahr könnte man – trotz Alternanz – ungefähr eine Tonne Äpfel ernten. Unter Alternanz versteht man die Schwankung des Fruchtträgers an Obstbäumen im zweijährlichen Rhythmus. Gibt es ein sogenanntes „Apfel-Jahr“, wie es 2015 der Fall war, so wird das darauffolgende Jahr aufgrund der geschwächten Bäume deutlich schwächer. 2017 wäre eigentlich davon nicht betroffen gewesen – doch der Frost machte eine ertragreiche Ernte zunichte.

Die fleißigen Helfer des Rangendinger Obst- und Gartenbauvereins ließen sich davon jedoch die Stimmung beim Mostfest nicht verderben. Auch der Preis des Apfelsaftes stieg trotz Knappheit lediglich um 50 Cent auf fünf Liter gerechnet. Allen voran die vielen Kinder hatten Spaß, selber Saft herzustellen. Nachdem die Äpfel in einer Wanne gründlich gewaschen worden war, wurden sie „gemust“; heißt: fein zermahlen. Abschließend füllten die jungen Helfer die zermahlenen Äpfel in eine Presse. Aus der Hydropresse fließt dann bereits nach kurzen Momenten der erste trinkfertige Saft – ganz alkoholfrei. Erst nach etwa zehn Tagen bis drei Wochen der Gärung wird durch Hefepilze der enthaltene Fruchtzucker zu Alkohol ver­goren.

So war es ein Vergnügen zu sehen, wie eifrig die Kinder bei der Herstellung des Saftes mit anpackten und durch einfache, handwerkliche Arbeitsprozesse den durstigen Gästen frisch
gepressten, leckeren Saft servieren konnten.

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