Schach: Erfolgreich in der Landesliga

Wilde Angriffe auf den König: Der SC Rangendingen schlägt sich in der Landesliga erfolgreich. Zu Gast waren die Schachfreunde aus Tuttlingen.

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Am vergangenen Wochenende rauchten wieder einmal kräftig die Köpfe im Gemeindehaus Rangendingen: Die erste Mannschaft der Schachfreunde aus Tuttlingen war zu Gast. Nach einem etwas unglücklichen Saisonstart galt es für beide Mannschaften, den Anschluss zum oberen Mittelfeld der Tabelle nicht zu verpassen. Die Entscheidung für Rangendingen fiel nach sechs Stunden Spielzeit.

Gleich am Anfang wurde klar, dass es eine hart umkämpfte Begegnung werden würde. Besonders wild ging es an Brett acht zur Sache, als Stefan Stockburger, der kurzfristig für die Rangendinger Mannschaft eingesprungen war, einen beherzten Angriff seines Gegners auf den König zu überstehen hatte. Gekonnt ließ er die Giftpfeile ins Leere laufen, um wenig später selbst zum Angriff zu blasen. Als sich aber langsam die undurchsichtigen Nebelschwaden auf den 64 Felder verzogen hatten, einigten sich beide leicht ermattet auf einen friedlichen Ausgang des Geschehens.

Gar keine Chance hingegen ließ Alfred Gorgs seinem wie gewohnt sehr rasant aufspielenden Gegner am Spitzenbrett. Auf den Spuren des Wolgagambits zerlegte Alfred Gorgs den Damenflügel seines Gegners und sicherte sich dabei entscheidenden Materialvorteil.

Etwas überraschend war hingegen der Sieg an Brett drei durch Martin Huber. Zwischenzeitlich war er durch eine kleine Unachtsamkeit an seinem Königsflügel mächtig unter Druck geraten, so dass sein Gegner schon an den nahen Sieg glaubte. Doch der vielfache Vereinsmeister des SC Rangendingen brachte sein ganzes Können auf und verbesserte fast auf wundersame Weise Zug um Zug seine Stellung. Verblüfft musste sein Gegner plötzlich feststellen, dass alle Vorteile verflogen waren.

Weniger erfolgreich entwickelte sich die Partie für Hendrik Muysers an Brett sechs. Obwohl er zwischenzeitlich im Ben-Oni eine schöne Stellung erreicht hatte, musste er den großen Bedenkzeit Tribut zollen, so dass es zu einem partieentscheidenden Qualitätsverlust kam.

Nicht weniger kampfbetont ging es an den Brettern vier und sieben zu Werke. Frank Baumann musste einmal mehr gegen die Nimzowitsch-Indische Verteidigung anrennen, Josef Birkle legte seine Sizilianischen Verteidigungskünste aufs Brett. Beide hatten gefällige Stellungen erreicht, überließen aber den noch ausstehenden Partien die Entscheidung über Mannschaftssieg oder -niederlage, so dass beide den Remishafen ansteuerten.

Nichts für schwache Nerven war die Partie an Brett fünf. Dr. Hans-Peter Lipp hatte sich in der Eröffnung und im Mittelspiel einen schönen Positionsvorteil verschafft, allerdings begann sein Gegner geschickt am Königsflügel herumzuzündeln, so dass er unter beiderseitiger Zeitnot sogar das eine oder andere Mattnetz zu spinnen begann. Unter dem Motto, Gegenangriff ist die beste Verteidigung, verblüffte Dr. Hans-Peter Lipp jedoch seinen Gegner mit einem vielleicht nicht ganz exakten Figurenopfer, so dass er selbst gefährliche Mattdrohungen aufstellte, die sein Gegner nur durch Zugwiederholungen abwehrte und ins Remis einwilligte.

Mit dem 4 z3 in der Tasche hatte Andreas Schwenk an Brett 2 den Mannschaftssieg in der Hand. Bedauerlicherweise hatte er bereits während der Partie zwei Matchbälle ausgelassen, so dass ein Damen-Figuren-Endspiel entstanden war, das nach maximaler Spielzeit von sechs Stunden keinen Sieger mehr ermitteln konnte. Das letzte Remis sicherte den verdienten Endstand zum 4,5 : 3,5. Mit diesem beruhigenden Ergebnis im Gepäck fahren die Schachfreunde des SC Rangendingen nun ganz entspannt im Februar nach Pfalzgrafenweiler, um dem Tabellenführer der Landesliga hoffentlich das Fürchten zu lehren.

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