Saisonstart mit Hindernissen

Der schneereiche Winter und die stürmischen Tage dieser Woche haben Gerd Schollians Zeitplan durcheinandergewirbelt. In der Villa rustica ist noch nicht alles fertig. Die Saison hat trotzdem begonnen.

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Das Zelt stand gerade erst, da wehte der Wind es schon wieder fast weg: Gerd Schollian zieht die Planen über dem Kinder-Grabungsfeld wieder ab.  Foto: 

Am letzten Tag der Winterpause neigt sich vor dem Eingang zum Gelände des Römischen Freilichtmuseums in Stein ein Baum gefählich im Wind. Auf dem Gelände sieht es nicht viel besser aus: Oberhalb der neuen Kinder-Grabungsfläche am Waldrand ist schon ein Baum umgeknickt. Und das Archäologie-Zelt, im vergangenen Jahr durch Spenden finanziert, weht im Wind. "Die ganze Arbeit von einem Tag umsonst", sagt Gerd Schollian, Vorsitzender des Trägervereins des Römischen Freilichtmuseums, und hilft Hausmeister Klaus Richter dabei, die durchsichtigen Plastikplanen des gewölbten Zelts wieder von den Stangen zu ziehen.

Seit Mittwoch ist die Villa rustica wieder für Besucher geöffnet. Mit der neuen Saison kommen auch neue Aufenthaltsorte, Beschäftigungen, Schilder und ein neuer Kurzführer dazu, wie Gerd Schollian beim Rundgang über das Gelände des Römischen Gutshofs erläutert.

"Domus supra lacum sita", das Haus überm Teich, ist zum Beispiel neu. Das rote Häuschen, das sich zur Grillstelle hin öffnet und Aussicht über die Anlage in Richtung Burg Hohenzollern bietet, ist ein neue gestalteter Freizeitbereich. Hier können Gruppen sitzen, Schulklassen zum Beispiel. "Wenn sechs bis sieben Schulklassen da sind, müssen wir sie ja irgendwo unterbringen", sagt Schollian: "Jetzt ist Platz da." Auch der Grillplatz vor dem neuen Haus ist frisch gemacht - der sechste insgesamt.

Schulklassen sind noch einige angemeldet, verrät Gerd Schollian und schätzt, dass es wieder um die 8000 Schüler sein werden, die diese Saison auf den Spuren der Römer nach Stein kommen. Die Schüler sollen sich bald auch wie richtige Archäologen fühlen können. Das Kinder-Grabungsfeld ist schon seit einiger Zeit in Arbeit. "Wir wollten im Mai fertig sein", sagt der Macherdes Freilichtmuseums. Auch hier haben Winter und Sturm die Arbeit verzögert. Der hintere Teil des Feldes muss noch von den professionellen Ausgräbern bearbeitet und dann begradigt werden, bevor auch dort Kinder in einer Sand-Grabstelle Tonscherben ausbuddeln können. "Aber jetzt muss es erst mal wieder trocken werden."

Eine auffällige Neuheit auf dem historischen Gelände sind orangenfarbene runde Schilder mit Nummern. Sie markieren die einzelnen Stationen im ebenfalls brandneuen Kurzführer. Das kleine Heft gibt Besucher die wichtigsten Infos.

Weniger auffällig, aber auch neu: Die Portikahalle hat jetzt Fenster, die Wind und Wetter abhalten. "Sie sehen gar nicht antik aus", bedauert Schollian. Aber der Nutzen wird direkt deutlich: An die Scheiben prasselt der Regen. Erweitert wird außerdem der römische Kräutergarten, die Tafeln der Anlage sind nun aus Alu: "Das ist wetterfest und sieht besser aus". Auch der Wiederaufbau des Tempelbezirks, soll vorangehen.

Obwohl Gerd Schollians Zeitplan von Orkan Niklas durcheinandergeweht wurde: Fast alles ist bereit. Sogar die Roten Würste sind schon eingeschnitten.

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