Reformationsjubiläum vor großer Kulisse

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Wo bleibt denn bloß der Martin? Ehefrau Katharina und Kinder schauen ungeduldig ins Rund, die Zuschauer warten gespannt. Denn der gedeckte Tisch steht nicht im Hause Luthers, sondern in den Kasematten der Burg Hohenzollern im Hier und Heute.

Die drei evangelischen Kirchengemeinden Bisingen, Hechingen und Rangendingen sowie die Burg Hohenzollern feierten das Finale „500 Jahre Luther“ unter dem Motto „Eine feste Burg ist unser Gott“ mit einem ökumenischen Familiennachmittag vor großer Kulisse, eben auf der Burg. Und das erwies sich als ausgezeichnete Idee. Die Burgverwaltung hatte sogar eigens für den Nachmittag die Eintrittspreise gesenkt (deren Erlös kommt der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung zugute).

Menschenmassen drängten sich, Wiesen wurden als Ausweichparkplätze gebraucht. Vielleicht kam nicht jeder Gast zum Reformationsjubiläum, doch Staunen war durchaus angesagt. Denn was gab es nicht alles zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken... Posaunenchöre erklangen. Kinder konnten basteln oder sich bei mittelalterlichen Spielen vergnügen (die Fahrt in einem Fass gehörte dazu). Es gab eine Riechstation mit geheimnisvollen Säckchen, in denen sich Kräuter verbargen, die vor 500 Jahren in der Küche benutzt wurden (Luthers Ehefrau, Katharina, galt als hervorragende Köchin). Speisen, wie sie zu Luthers Zeiten üblich waren, wurden aufgetischt.

Szenen aus dem Leben Luthers

Und immer wieder gab es kleine Schauspieleinlagen. Viele Kinder und ein paar Erwachsene der evangelischen Kirchengemeinden schlüpften in historische Gewänder, spielten Luthers Auftritt vor dem Reichstag zu Worms nach oder bildeten (siehe oben) den Familienalltag des Reformators nach. Der Applaus war groß. Doch es war auch Raum für ruhige Momente, geistliche Impulse. Alle drei Burgkapellen, die evangelische Christuskapelle, die katholische St. Michaeleskapelle und die (sonst verschlossene) russisch-orthodoxe Auferstehungskapelle, waren geöffnet.

Was wäre eine Veranstaltung „500 Jahre Reformation“, ohne dass einer der berühmten Texte vorgelesen wird. Deren Botschaft lässt sich leicht übersetzen: Darum lasst uns Gutes aneinander tun.

Zum Abschluss einer rundum gelungenen Feier fand am frühen Abend ein ökumenischer Gottesdienst im Burghof statt.

Mit dem Familienalltag auf der Burg zeigte sich, was kreative Kirchengemeinden zu leisten vermögen. Luther hätte seine Freude daran gehabt.

Linseneintopf Martin Luther war kein Kostverächter, weder beim Essen noch beim Trinken. Und Ehefrau Katharina von Bora galt als hervorragende Köchin. Katharina von Boras Linsen-­eintopf, verfeinert mit Sellerie und Karotten, Rosmarin und Kreuzkümmel, konnten sich die Besucher am Reformationstag auf der Burg schmecken lassen. Dazu gab’s Reformationsbrot.

Bierkränzchen Katharina von Bora braute übrigens auch Bier. Die Braukunst gehörte einfach zur Hauswirtschaft wie das Kochen und das Backen. Gerne lud eine Frau, die gebraut hatte, ihre Nachbarinnen zu einem „Bierkränzchen“ ein.

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