Reden statt zoffen

13 neue Streitschlichter haben an der Werkrealschule ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie bieten sich ihren Mitschülern als Ansprechpartner bei Konflikten an.

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Sie helfen, wenn es auf dem Schulhof zu Problemen kommt. Sie hören zu, nehmen Gefühle ernst. Und sie zeigen, wie man Konflikte ohne Gewalt lösen kann: die 13 neuen Streitschlichter an der Hechinger Werkrealschule. Eine Figur mit blauem Kapuzenpulli und großem Peace-Zeichen auf der Hand, umrandet von einem Stoppschild - das ist das Markenzeichen der Streitschlichter. Die Buttons stecken sich die Schüler immer dann an, wenn sie in den Pausen im Dienst sind. So sind sie für die anderen sofort zu erkennen. Und das große Stopp soll auch Signalwirkung haben.

Eric hat bereits eine solche Situation erlebt, in der er Stopp sagen musste. Er kam dazu, als sich zwei Mitschüler handfest stritten. Unter Vermittlung des Streitschlichters konnte nach einem längeren Gespräch die Ursache des Konflikts ausgemacht werden. Die beiden Parteien vereinbarten, dass sie sich in Zukunft aus dem Weg gehen.

Reden statt streiten lautet das Prinzip der Konfliktlösung. Ein Schuljahr lang haben die 13 Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 gelernt, in welchen Schritten sie dabei vorgehen müssen - von der Gesprächseröffnung bis zur gemeinsamen Lösungssuche. Dabei wurden theoretische Hintergründe vermittelt. Im Zentrum aber standen viele praktische Übungen, bei denen konkrete Situationen wie etwa der Streit um eine beschädigte Handyhülle durchgespielt wurden.

Die Streitschlichter sind in den Pausen an festgelegten Stellen anzutreffen. Die Mediationsgespräche selbst finden in den Räumen der Schulsozialarbeit statt. Das schafft eine vertrauenswürdige Atmosphäre. Bei schwierigen Gesprächen können die Schulsozialarbeiter außerdem als Unterstützung herangezogen werden.

Ziel des Streitschlichterprogramms ist, dass die Schüler Unstimmigkeiten selbstständig, ohne die Hilfe von Erwachsenen, lösen können. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern wirkt sich auch positiv auf das Schulklima aus, wie Schulsozialarbeiterin Cristina Mammato festgestellt hat. "Die Schüler können die Konflikte auch auf einer anderen Ebene lösen", ergänzt Lehrer Wolfgang Zug, der die Ausbildung zusammen mit Cristina Mammato geleitet hat. "Sie haben oft ein besseres Händchen dafür als wir Lehrer."

Wie wichtig den Schülern selbst die Streitschlichtung ist, zeigte das große Interesse an der Fortsetzung des Programms, nachdem die bisherigen Streitschlichter nach ihrer Abschlussprüfung von der Schule gingen. Ein richtiges Bewerbungsverfahren wurde eingeläutet. "Mir ist es wichtig, dass es nicht zur Eskalation kommt", nennt Rosa als Motivation. Zudem wolle sie zum guten Ruf der Schule beitragen. Und Maria bringt auf den Punkt, was alle bewegt: "Ich finde es einfach nicht gut, wenn andere sich anstressen."

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