Premiere unter Buchen

Der erste gemeinsame Waldbegang der Ortschaftsräte Stetten und Boll war aufschlussreichen. Es ging um die Besonderheiten der Forstgeschichte und Waldbeschaffenheit - und ums gegenseitige Kennenlernen.

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Die Ortschaftsräte Stetten und Boll waren jetzt erstmals gemeinsam auf Waldbegang. Der führte sie unter anderem ins Gewann "Oberholz-Wasen", wo vor 80 Jahren noch der Bollemer Sportplatz war.  Foto: 

Eingeladen zur Priemiere im Wald hatten Revierleiter Werner Steidle, Ortsvorsteherin Meta Staudt und ihr Kollege Hannes Reis. Elf Kommunalpolitiker waren angetan von der geschichts- und geschichtenreichen Führung. Dass im Mittelalter der jetzige Bollemer (80 Hektar) und Stettener Wald (170 Hektar) Klosterwald (Stetten) waren, im Lauf der Zeit fürstlich und zum Teil bürgerlich wurden, und dass sich die Forstwirtschaft immer nachhaltiger und standortgerechter entwickelte, weckte das Interesse sehr. Kaum vorstellbar und für viele neu war des Revierleiters Hinweis, dass im Gewann "Oberholz-Wasen" vor 80 Jahren der Bollemer Sportplatz war. Dort stehen heute 25 Meter hohe Weißtannen.

Werner Steidle bescheinigte beiden Wäldern eine gesunde, standortspezifische Qualität, die in der windgeschützten, regenreichen Lage begründet ist. Mächtige Weißtannen bieten üppigem Nachwuchs lichtdurchflutete Räume. Auf Stettener Gemarkung, in der Nähe der Schuhmacherhütte, fragten Teilnehmer nach dem "Europawald", wo denn der Name herrühre? Forstwissenschaftler aus ganz Europa pilgerten in den 80er-Jahren zu diesem Bezirk wegen dessen besonderen, säulenartig gewachsenen Buchen.

Der betriebswirtschaftliche Aspekt mit dem Zehnjahresplan, dem jährlichen Einschlag, den wechselnden Holzpreisen, abhängig von den Trends (aktuell eher dunkles Holz, also Eiche), spielte ebenfalls eine Rolle bei der Führung. Wie auch die Rolle des Gemeinderats bei der Genehmigung des Waldplans und des Ortschaftsrates bei der Jagdverpachtung. Der Revierleiter lobte uneingeschränkt die derzeitigen Jagdpächter für ihre umsichtige, nachhaltige und verantwortungsvolle Einstellung zu Hege und Pflege.

Die Zeit war im Nu vorbei, und es war noch lange nicht alles gesagt. Deswegen vereinbarte man fürs kommende Jahr eine Fortführung der gemeinsamen Waldbegehung. Im Gasthof "Kaiser" stärkten sich die Teilnehmer, und man kam sich nicht nur ortschaftsrätlich näher.

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