Parteigeneral liefert Munition und Motivation

Der Parteigeneral aus dem Hessischen kommt pünktlich zu seiner Stippvisite im hohenzollerischen Hechingen: CDU-Generalsekretär Peter Tauber bestritt gestern den Hauptakt des Starkbierfestes im Hofgut Domäne.

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Eine Peitsche aus Killer "zur Abschreckung von Ochsen, Rossen und anderen (Zeit-)Genossen" überreichten die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz und Frank Schroft von der Burladinger CDU gestern Abend auf dem Starkbierfest dem CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber.  Foto: 

Steinkrüge voller Starkbier machen in der über 200 Gäste fassenden und voll besetzten Remise die Runde. Peter Tauber nimmt lieber Mineralwasser, dazu deftige Hausmannskost. Der promovierte Historiker fühlt sich in Preußens Wiege sichtlich wohl. Er ist einer von der Sorte "smarter Managertyp", checkt sein Smartphone, während die Burladinger Lumpenkapelle aufspielt. Nicht umsonst gilt der 40-Jährige als "Merkels Fitmacher", als "Modernisierer". Er bloggt, twittert und podcastet als "Schwarzer Peter", dass es eine wahre Freude ist.

"Peter Tauber will die CDU jünger, bunter, weiblicher machen", stellt Burladingens CDU-Stadtverbandsvorsitzender Frank Schroft ins seiner Begrüßung fest. Viel Politprominenz hat sich eingefunden: Landratsdirektor Hubert Wicker, Landrat und Landtagsabgeordneter Günter-Martin Pauli mit dem Ersten Landesbeamten Matthias Frankenberg, der Tübinger Landrat Joachim Walter, Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß, Landkreisabgeordneter Karl-Wilhelm Röhm, Kreisverbandsvorsitzende Dörte Conradi sowie Hechingens Bürgermeisterin Dorothea Bachmann.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz als Gastgeberin des Abends freut sich über das volle Haus, das dem Gast aus Berlin zeige, "dass die CDU hier im Süden ein echtes starkes Pfund ist". Über Peter Tauber sagt Annette Widmann-Mauz, er sei "der richtige Mann an der richtigen Stelle". Einer, der eine "Mitmachpartei" schaffen will. Und einer, der Unbequemes ausspricht - wie seinen umstrittenen Vorstoß für ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild.

Aber bevor der Parteigeneral aus dem Hessischen sein Loblied auf die CDU und Bundeskanzlerin Angela Merkel anstimmt, räumt Annette Widmann-Mauz noch in der Landesregierung auf. Baden-Württemberg sei zwar noch nicht auf einem "Abstiegsplatz". "Aber die grün-rote Regierung schreibt die Erfolgsgeschichte nicht fort", so Widmann-Mauz. Finanzminister Nils Schmid trage die "rote Laterne", Ergebnis der Polizeireform sei eine "historisch hohe Zahl an Einbrüchen", in der Schulpolitik herrsche "Chaos pur" und Verkehrsminister Winfried Hermann halte sich mit "Dachbegrünung" auf und baue Fuß- und Radwege, statt bei einem drängenden Problem wie dem B 27-Ausbau vorwärts zu kommen. "Baden-Württemgerg hat eine bessere Regierung verdient", ruft Widmann-Mauz den applaudierenden Gästen zu. In einem Jahr sind Landtagswahlen. Peter Tauber werde "Munition und Motivation" für den Wahlkampf liefern.

Motivation liefert der Redner allemal. Fast ist es eine Liebeserklärung an die CDU. "Damit es in Deutschland gut läuft, brauchen wir ein starkes Baden-Württemberg", plädiert auch er für einen Regierungswechsel in 2016. Unter Grün-Rot habe das Bundesland seine Vorbildfunktion eingebüßt. Die Bildungspolitik sei "auf links gedreht" worden. Unter Grün-Rot hätten die schwäbischen Autobauer, und damit "die gute Tradition der Wertschöpfung durch Mobilität" zu leiden. Wie in Hessen von der CDU, gehörten die Grünen "an die Hand genommen". "Denn wenn man ihnen das Heft des Handelns überlässt, geht's schief", findet Tauber.

Über die SPD im Ländle wisse er "nichts zu sagen", spottete der überzeugte Christdemokrat. "Die SPD will nur eins: dass wir unsere Wahlversprechen brechen, dass wir Steuern erhöhen und keinen ausgeglichenen Haushalt schaffen." "Immer neue Ideen, die viel Geld kosten", seien außerdem ein Markenzeichen der Sozialdemokraten.

Der Generalsekretär greift eine Reihe von großkoalitionäre Themen auf, wie Mindestlohn, innere Sicherheit, Investitionen in Bildung und Forschung - und die Zuwanderung. "Wer in den Fußgängerzonen Werbung für den Islamischen Staat macht, gehört bestraft", konstatiert er. Deutschland, nach Japan das demographisch älteste Land und nach den USA das beliebteste Einwanderungsland, müsse sich jetzt fragen: "Wer bereichert unser Land? Vermitteln wir Einwanderern unsere Werte und Regeln?" Man müsse die Chancen der Zuwanderung deutlich machen, "aber ohne die Probleme unter den Tisch zu wischen". Für diese Worte erntet er den größten Beifall.

Tauber, bekennender Christ, meint Werte, für die das C im Parteinamen steht. Die CDU stehe für christliche Grundwerte, gepaart mit sozialer Marktwirtschaft und der "Liebe zum Land" "Es geht uns besser als vor zehn Jahren", stellt Tauber fest und sagt auch warum die Krisenjahre gut gemeistert wurden: "Wegen der Leistungsbereitschaft der Bürger, dem Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer und den politischen Rahmenbedingungen der CDU-geführten Bundesregierung."

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