Ortschaftsrat bekommt Hiebe

Der Ortschaftsrat Beuren wird massiv kritisiert. Die "Dreifürstenstein"-Wirtin macht das Gremium verantwortlich fürs Scheitern des Premiumwanderwegs: Die Räte hätten sich dem Projekt gegenüber verschlossen.

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"Ich bin sehr enttäuscht und traurig, dass Wanderer und Gäste von Beuren fern gehalten werden", sagte Irmgard Grathwohl, die Wirtin des Gasthofes "Dreifürstenstein" in der Bürgerfragestunde des Ortschaftsrates Beuren. Sie könne nicht nachvollziehen, dass sich der Ortschaftsrat nicht für die Realisierung eines Premiumwanderweges eingesetzt habe. Das sei nirgendwo anders der Fall, erklärte die empörte Gastronomin. "Wollen wir hier eine tote und leere Ortschaft, wenn keine Wirtschaft mehr hier ist?", fragte sie in Richtung der Räte. Scharfe Kritik gab es ebenfalls für den aus ihrer Sicht "äußerst schlechten Zustand der Wege und der Beschilderung". Die Wirtsfrau führte Beispiele von Wanderern an, die sich verlaufen hätten, und auch Albvereine hätten sich beschwert.

"Nach Beuren kannst du nicht mehr, weil du da nicht gescheit laufen kannst", heiße es vermehrt in den Reihen der Ausflügler, beschwerte sich die Gastronomin. An die Ortschaftsräte gewandt, wollte sie wissen, ob so etwas mit einem reinen Gewissen zu verantworten sei. Die Idee eines Premiumwanderweges sollte von einem Ortschaftsrat nicht unterbunden, sondern gefördert werden, stellte Irmgard Grathwohl aufgebracht fest. Sie bat, das Thema nochmals zu diskutieren und dann positiv zu beurteilen.

Sie sehe sich leider nicht in der Lage für eine Diskussion zu dem Thema, ließ die "Dreifürstenstein"-Wirtin wissen, bevor sie Ortsvorsteher Gantner Zeitungsausschnitte auf den Tisch legte und dann den Ratssaal verließ. Zurück ließ sie einen verdutzten Ortsvorsteher und einige ungläubig dreinschauende Ortschaftsräte.

Das abrupte Verlassen des Saales bedauerte Peter Gantner anschließend sehr. Er habe Verständnis für die vorgebrachten Punkte, da diese aus persönlichen Gründen abgegeben worden seien. Allerdings sah der Ortsvorsteher überhaupt keinen Grund, das Thema im Ortschaftsrat zu behandeln, weil das Projekt weder in einer öffentlichen noch in einer nicht öffentlichen Sitzung jemals ein Tagesordnungspunkt gewesen sei. Einen Beschluss des Beurener Ortschaftsrates zum Thema Premiumwanderweg habe es definitiv nie gegeben, versicherte Peter Ganter. Zwar habe es im Vorfeld einige Informationen zum angedachten Premiumwanderweg gegeben, die dem Ortschaftsrat in einem Gespräch vorgestellt worden seien. Daraufhin habe das Gremium auch Stellung genommen. Das gesamte Thema sei dann ein Tagesordnungspunkt für die Ortschaftsratssitzung am 15. Dezember vergangenen Jahres gewesen, um die Einwohner zu informieren und dem öffentlichen Interesse gerecht zu werden, ließ Peter Ganter wissen.

Da er wenige Tage vor dieser Sitzung von der Stadtverwaltung erfahren habe, dass das Thema "Premiumwanderweg in Beuren" nicht mehr weiter verfolgt werde, habe er den Punkt wieder von der Tagesordnung gestrichen. Daher sehe er keine Veranlassung, das Ganze jetzt erneut aufzugreifen, sagte der Ortsvorsteher abschließend.

Peter Gantner zeigte allerdings volles Verständnis dafür, dass sich die örtlichen Gastwirte ihre Existenz sichern wollen. Dieses Bedürfnis gehe am Ortschaftsrat ebenfalls nicht vorbei, versicherte der Ortsvorsteher. Gantner kündigte an, den Gastronomen in Kürze Vorschläge für diverse Marketingmaßnahmen zu unterbreiten. Diese sollen auf Unterstützung der Ortschaftsverwaltung, aber auch auf entsprechender Eigeninitiative beruhen. Der Erhalt der Wirtschaften in Beuren sei für den ganzen Stadtteil wichtig, betonte Gantner.

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