Offene Fragen im Mordprozess: Ob die Hilti Schmauch auswirft?

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In der Spielothek beim Hechinger Oldtimermuseum bahnte sich am 1. Dezember 2016 die tödliche Auseinandersetzung an.  Foto: 

Nach neun Verhandlungstagen legt der Hechinger Mordprozess eine dreiwöchige Sommerpause ein. Erst am Donnerstag, 24. August, um 9 Uhr sehen sich die Verfahrensbeteiligten wieder. Dann werden neue Zeugen gehört, zunächst weitere Kriminalbeamte aus dem Ermittlungsteam.

Und es werden Antworten auf Fragen erwartet, die der jüngste Prozesstag aufgeworfen hat. Zum Beispiel: Kann eine druckluftbetriebene Hilti-Nagelmaschine Schmauchspuren erzeugen? Einen entsprechenden Prüfauftrag hat – wie berichtet – der Verteidiger des jüngsten Angeklagten gestellt. Sollte die Schmauch-Expertin vom Landeskriminalamt, die die Maschine untersucht, das bejahen, dann wäre der 21-jährige Fahrer des Tatfahrzeuges mit den Spuren an seiner Hand vergleichsweise fein raus.

Eine Last abfallen könnte auch von seinem 22-jährigen Mitangeklagten, wenn das Gericht einem Antrag dessen Verteidigers nachkäme. Rüdiger Kaulmann hatte ein „Verwertungsverbot“ für die Aussage des Kriminalbeamten gefordert, der schilderte, wie – für seine Ohren glaubwürdig – der einzige Augenzeuge der Bluttat an der Staig eben den 22-jährigen Beifahrer im Fiat als Todesschützen ausgemacht hatte. Begründung: Der Begleiter des erschossenen Umut K. hätte als des Drogenhandels Beschuldigter verhört werden müssen – und nicht als Zeuge. Man erinnert sich: Ein ähnlicher Fehler der Ermittler hatte vor Jahren einen Schuldspruch im Prozess um den Hechinger Altstadtbrand verhindert.

Tatwaffe in der Schnapspause?

Unbeantwortet blieb am Donnerstag auch die Frage, warum es relevant ist, dass der dritte, 36-jährige Angeklagte 20 Minuten vor dem Todesschuss in einer Hechinger Tankstelle einen Flachmann gekauft hat. Aufmerksame Prozessbeobachter ahnen es aber: Direkt nach dem Schnapskauf hatte der Hechinger Olivenhändler beim Streit in der Spielothek mitgemischt, die dem Schuss vorausging. Der 36-Jährige selbst, von einem Zeugen aus dem Milieu als den beiden Mitangeklagten „höhergestellte Person“ bezeichnet, hatte gesagt, er habe das „Imperial“ kurz verlassen, um im Auto den Schnaps auszutrinken. Der Nebenklägervertreter hegte dagegen schon früher einen anderen Verdacht: Der Mann aus Catania könnten seinen unerfahrenen jungen Landsleuten, offenbar Novizen im Drogenmilieu, in diesem Augenblick die Tatwaffe besorgt haben.

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