Nur her mit dem Rathaus

Der Oberstadt kann nichts Besseres passieren. So kommentiert Martin Keidel die Pläne fürs Rathaus als Einkaufsmeile. Der Stadtmarketing-Vorsitzende freut sich, dass die Bürgermeisterin daran festhält.

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Martin Keidel ist seit September der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins.

Große festliche Anlässe benutzt man gemeinhin, um besondere Nachrichten unters Volk zu bringen. Dies weiß auch Dorothea Bachmann. Das Hechinger Stadtoberhaupt hat den Neujahrs-Bürgertreff zum Anlass genommen, um das Rathaus-Projekt wieder ins Bewusstsein zu rufen. Als die Bürgermeisterin im vergangenen Mai erstmals damit vorpreschte, das Verwaltungsgebäude nach dem Vorbild von Bruchsal zur Einkaufsmeile und damit zum Frequenzbringer für die Oberstadt zu machen, ist dieser ehrgeizige Plan vor allem belächelt worden: zu teuer, zu unvorstellbar. Aber jetzt hat Bachmann bekräftigt: Sie hält fest an den Überlegungen, hat sogar drei Mietinteressenten an der Angel (die HZ berichtete am Dienstag).

Die Geschäftsleute in der Oberstadt haben die Kunde gern vernommen. Er sei "sehr, sehr glücklich" über dieses Projekt, sagt Martin Keidel. Der Fotografenmeister mit alteingesessenem Fachgeschäft direkt gegenüber der Stiftskirche weiß, dass die gute Stube der Zollernstadt unbedingt wieder besser möbliert werden muss. Die Innenstadt brauche einen Magneten, und der wiederum benötige ausreichend Fläche. Wo dieser Publikumsbringer hinkommt, ist dem Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins zwar einerlei, aber wenns nur im Rathaus geht, dann eben dort, es sei schließlich der zentrale und schönste Platz. Martin Keidel hegt zwar noch leise Zweifel an der Machbarkeit, aber sollte es gelingen, "kann der Oberstadt nichts Besseres passieren". Bedenken wegen des Denkmalschutzes, wie sie schon ab und an geäußert worden sind, hat der Geschäftsmann keine. Keidel ist überzeugt, dass mit dem richtigen Architekten das Einkaufen und Verwalten unter einem Dach so gestemmt werden kann, dass es attraktiv rüber kommt. Hechingen solle nicht in Schönheit sterben, warnt der Stadtmarketing-Chef vor übertriebenem Bestandsschutz.

Die Hartnäckigkeit der Bürgermeisterin geht für Martin Keidel derweil voll in Ordnung: Mit Dorothea Bachmann habe Hechingen endlich jemanden gefunden, der etwas bewegen wolle - nicht noch ein Arbeitskreis, nicht noch ein Plan für die Schublade, sondern Anpacken.

Die drei Interessenten bleiben noch geheim
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