Musik für Menschenrechte

Ein Programm mit kammermusikalischen Werken der Klassik, der Romantik und Kompositionen des 20. Jahrhunderts legten der Pianist Lambert Bumiller und der Violinvirtuose Aly Moraly in der Synagoge auf.

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Lambert Bumiller (rechts) und Aly Moraly hatten in der Synagoge ein aufmerksames Publikum. Foto: Antonia Lezerkoss

Das eröffnende "Scherzo c-Moll für Violine und Klavier, WoO 2" von Johannes Brahms ist der dritte Satz der F.A.E.-Sonate, die Robert Schumann, Albert Dietrich und Johannes Brahms "in Erwartung der Ankunft des verehrten und geliebten Freundes Joseph Joachim" komponierten. Die Musiker scheuten sich nicht, kräftige Farben aufzutragen. Stürmisch erklangen in der Hechinger Synagoge die repetierten Triolen der Violine zu Beginn des aufwühlenden Musikstückes und mächtige Klavierakkorde zeichneten das Bild eines von Leidenschaften gequälten romantischen Künstlergenies.

Einen federleichten Eindruck hinterließ Mozarts "Adagio E-Dur für Violine und Klavier, KV 261". Die anregende Interpretation war von hoher Musikalität und einem guten Gespür für Schattierungen der Tongebung geprägt. Meisterlich verstanden es die Künstler, einzelne Phrasen nuancenreich nachzuzeichnen und mit pikanten dynamischen Akzenten zu versetzen und damit einen abwechslungsreichen Mozart abzubilden. Mit der Sonate d-Moll, op. 27,3 von Eugène Ysaye erstellte Aly Moraly ein fein gegliedertes spätromantisches Stimmungsbild. Augenzwinkernde Akzente setzte Uli Johannes Kieckbuschs grazile "Mittwochs-Reflexion" mit dem Untertitel "Die Woche in den Knochen, das Wochenende in weiter Ferne", welche die Musiker vergnügt und phantasievoll zu Gehör brachten.

Ein völlig anderes Kapitel schlugen die Künstler mit Maurice Ravels "Kaddisch" aus "Deux Mélodies Hébraïques" auf. Mit Kaddisch - benannt nach dem jüdischen Gebet - zeigten die Musiker klangschön einen Ravel, der ausdruckstief-nordisch klingt. Klänge von subtiler Feinheit und Ruhe, von meditativer Kraft und Sinnlichkeit betörten die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Mit einem schier unerschöpflichen Nuancenreichtum und gefühlvoller Wärme trugen die beiden Interpreten abschließend Johannes Brahms bekannte "Sonate Nr. 2 A-Dur op. 100" vor. In dieser Sonate blüht und schwebt es, alles wirkt zart und duftig.

Ein wunderbarer Dialog entspannte sich zwischen Klavier und Violine, die echoartig doch nachsinnend die Entwürfe des Klaviers beantwortete. In der Reprise übernahm jeder Partner mit dem Echotakt zugleich die melodische Führung, der zögerliche Beginn war traulichem Gespräch gewichen. Die Sonate endete als feiner Abgesang auf die Stimmung eines Sommerabends.

Amnesty International ist eine nicht staatliche Organisation (NGO) und auch eine Non-Profit-Organisation, die sich aus Spenden finanziert und sich weltweit für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. "Aufdecken - Informieren - Verändern - Unterstützen" ist das Leitmotiv von ai. Die Organisation recherchiert Menschenrechtsverletzungen und organisiert unter anderem Brief- und Unterschriftenaktionen. Weltweit werden die derzeitigen Flüchtlingsschicksale gezeigt und angeprangert.

Die Hechinger Gruppe setzt sich zur Zeit für Dr. Mohammad Al-Qahtani und Dr. Abdullah Al-Hamid ein, die wegen ihrer politischen Meinungsäußerung und ihrem Einsatz für die Menschenrechte in Saudi-Arabien zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt wurden. Die beiden Verurteilten waren in der saudi-arabischen Menschenrechtsorganisation ACPRA tätig, die im März des vergangenen Jahres per gerichtlichem Beschluss aufgelöst wurde.

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