Mit Ecken und Kanten

Das Rottenburger Künstlerpaar Herbert Schmidt und Barbara Oswald zeigt in der Villa Eugenia zwei ganz unterschiedliche künstlerische Arbeitsfelder. Die Ausstellung "ungeglättet, unbegradigt" öffnet am Sonntag.

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In der Villa öffnet die Schau "ungeglättet, unbegradigt". Bild: "Wechselnde Frequenzen" von Herbert Schmidt.

Material- und Objektbilder von Herbert Schmidt und filigrane Zeichnungen von Barbara Oswald sind ab dem bevorstehenden Sonntag und dann bis 19. April in der Villa Eugenia zu sehen.

Allerlei Relikte, Überreste und Fundstücke integriert Herbert Schmidt in seine Bilder. Analog zum natürlichen Verfallsprozess scheinen sie sich aufzulösen und in ihre Umgebung zu integrieren. Dadurch werden schlaglichtartige Szenen aus dem Rand der Zivilisation und Zwischenzustände sichtbar. Solche vermischten Spuren werfen Fragen auf, nach Vergangenheit und Gegenwart, nach Natur und Mensch. Obwohl die Materialbilder von Herbert Schmidt keine sofort ablesbaren fertigen Aussagen anbieten, sprechen sie den Betrachter mit ihrer Kraft unmittelbar an. Der Kunsthistoriker Harald Möhring schreibt dazu: "So ist die Erfahrung vor den Bildern von Herbert Schmidt derart, dass sie auf die eigene Existenz, auf das eigene Ich hinleiten."

Von Barbara Oswald sind filigrane figürliche Zeichnungen, aber auch großformatige abstrakte Arbeiten zu sehen. Serien von Zeichnungen sind direkt in Projekten mit Theater- und Tanztheatergruppen im Landestheater Tübingen entstanden. In der spontanen und sensibel verlaufenden Linienführung zeigt sich langjährige zeichnerische Erfahrung. Die großformatigen Bilder vermitteln durch den gestischen Auftrag der Linien und Flächen, denen man den Schaffensprozess ansieht, enorme Dynamik und Kraft. Eindrücke, Emotionen und eine direkte Reaktion formen ohne zu beschönigen Linien und Flächen.

Mit den ansprechenden Materialbildern von Herbert Schmidt und den skizzenhaften Zeichnungen von Barbara Oswald sind zwei ganz unterschiedliche künstlerische Arbeitsfelder zusammengekommen, deren Gemeinsamkeiten nicht nur in dem Titel "ungeglättet, unbegradigt" zum Ausdruck kommen. Eine scheinbar flüchtige Arbeitsweise, in der Arbeitsspuren nicht nur stehengelassen, sondern zum Bestandteil der Arbeit werden, ist kennzeichnend für die Werke von Herbert Schmidt und der entspricht auch die schnelle Zeichnung von Barbara Oswald, in der jede spontane Linie stehen bleibt.

Dadurch wird Bewegung sichtbar gemacht als Zustand von Lebendigkeit, an der der betrachtende Mensch teilnimmt. Die Seelenverwandtschaft der beiden Werkgruppen erklärt sich auch, wenn man berücksichtigt, dass die beiden Künstler nicht nur Atelier-Nachbarn im Rottenburger Künstlerhof, sondern auch privat ein Paar sind.

Info Die Ausstellung wird am 15. März um 14 Uhr in der Villa eröffnet. Zur Einführung spricht Clemens Ottnad, für die Musik sorgt Adrian Oswalt mit der Querflöte. Die Öffnungszeiten bis zum 19. April: Samstag 15 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr, Ostermontag 14 bis 17 Uhr.

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