Mit 140 Sachen am Ortsschild vorbei

Mit Kreisverkehren will Rangendingen den innerörtlichen Verkehr beruhigen. Priorität haben die Ortseingänge von Hechingen und Haigerloch her.

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Auch in der Hirrlinger Straße soll ein Kreisverkehr für Entlastung sorgen.

6400 Autos pro Stunde passieren das Rangendinger Ortsschild. Es vergeht keine Stunde ohne mindestens einen krassen Temposünder. Auf 141 Stundenkilometer brachte es der Spitzenreiter bei einer Erhebung vom 5. bis 12. März am Ortsausgang Richtung Haigerloch. "90 Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell", fasst Bürgermeister Johann Widmaier das Ergebnis der Verkehrsmessung zusammen. Das Problem sei ortsauswärts stärker als ortseinwärts. Insgesamt sei die Verkehrsbelastung besser geworden. "Wir hatten schon 1000 Fahrzeuge pro Stunde", so Widmaier. Ein Grund für die Entlastung sei die neue Ausschilderung vom und zum Autobahnzubringer.

Dennoch will die Gemeinde die neuralgischen Punkte entschärfen. Laut Widmaier hat die Verkehrsbehörde eine Tempo-30-Zone am Ortseingang in Richtung Haigerloch abgelehnt. Stattdessen soll das Ortschild in Richtung Ortslage versetzt werden. Weit davor soll den Verkehrsteilnehmern durch Schilder und Straßenmarkierungen die erlaubte Geschwindigkeit von erst 70, dann 50 Stundenkilometern signalisiert werden.

"Das kann nur eine kurzfristige Behelfslösung sein", wie Bürgermeister Widmaier betonte. Denn der Plan sei, an der Stelle noch vor der Erschließung des Baugebiets "Au" einen Kreisverkehr zu bauen. Die Planungen sollen 2015 laufen, die Realisierung 2016.

Noch dringender ist der Handlungsbedarf am Ortsausgang Richtung Hechingen auf Höhe der beiden gegenüberliegenden Supermärkte. Obwohl der Kreisverkehr auf der Landesstraße 410 angelegt würde, winkt das Regierungspräsidium ab, wenn es um die Finanzierung geht. "Aber wir könnten auf eigene Kosten bauen", so Bürgermeister Widmaier. Dieser Kreisverkehr habe auch "absolute Priorität".

In der Gemeinderatssitzung stellte Ingenieur Thomas Dreher die ersten Planungen für diesen und weitere Kreisverkehre im Ortsgebiet vor. So hätte die Anlage an der Kreuzung L 410/Hechinger Straße und Rudolf-Diesel-Straße einen Außendurchmesser vorn 32 Metern. "Das ist akzeptabel", so Drehers Einschätzung. Grunderwerb wäre nicht nötig, aber die Fachbehörden müssen gehört werden. Die reinen Baukosten würden sich auf rund 200 000 Euro belaufen. Gebaut werden könnte der Kreisverkehr bereits im nächsten Jahr. Bei den Querungshilfen für Fußgänger soll die Lage der beiden Supermärkte mit berücksichtigt werden.

Ein weiterer Kreisel ist an der Hirrlinger Straße vorgesehen. Der wäre mit 28 Metern Außendurchmesser relativ klein. Aber man wolle auch hier ohne Grunderwerb auskommen und einen bestehenden Kastanienbaum erhalten, so Dreher. Um die Befahrbarkeit auch für Sattelzüge zu gewährleisten, sollen die Ränder befahrbar sein. Die Kosten liegen hier bei 215 000 Euro.

Ein überfahrbarer Kreisverkehr für etwa 72 000 Euro könnte die Kreuzung Lehmgruben-, Professor-Dieringer- und Württembergstraße entlasten.

Nur farblich markieren könnte man einen Kreisverkehr an der Kreuzung zwischen Lehmgrubenstraße, "Am Rosenrain" und "Im Hätzgert" (10 000 Euro). Außerdem wäre ein Kreisverkehr an der Kreuzung Großer Damm/Oberdorf-/Lehrmgrubenstraße sinnvoll, wegen des Gefälles aber 115 000 Euro teuer.

Nichts ist für den Bereich Schule und Kindergarten geplant. Dort herrsche ein "langsames Chaos", das gut funktioniere, stellte Bürgermeister Widmaier fest.

Anwohner aus der Königsbergerstraße fordern ebenfalls verkehrsberuhigende Maßnahmen. Hier will man durch Polizeikontrollen aber zunächst dem illegalen Befahren des nahen Feldweges Herr werden.

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