Millionenerbschaft erweist sich als Bluff

Ein dubioses Fax erhielt ein Hechinger von einer angeblichen Anwaltskanzlei. Darin wurde ein Millionenerbe in Aussicht gestellt. Alles Lug und Trug.

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. Ein nur vermeintlich seriöses Schreiben einer Kanzlei aus Spanien erreichte dieser Tage einen Hechinger Bürger. Per Fax wurde der Mann darüber informiert, ein bis dahin unbekannter Verwandter sei verstorben. Die Kanzlei habe versucht, den nächsten Angehörigen zu finden, um das Millionenerbe "gerecht aufzuteilen", bevor es beschlagnahmt wird.

Zwei Mal innerhalb von zehn Tagen wurde der Hechinger damit konfrontiert. Das erste Fax, in dem angeblich ein Onkel mit seiner ganzen Familie in der Nähe von Madrid verunglückte, habe er direkt als Bluff erkannt und entsorgt. Aber, welch ungewöhnlicher Zufall, starb kurz darauf das nächste, bis dato nicht bekannte Familienmitglied. In diesem zweiten Fax meldete sich eine Anwältin aus derselben spanischen Kanzlei und informierte erneut über den Verlust eines weiteren Angehörigen. Durch einen Stammbaum konnte der Hechinger Bürger aber sicher sein, keinerlei Verwandte in Spanien zu haben. Für ihn war klar, dass es sich um eine sogenannte Erbschaftslüge handeln muss.

Ein Artikel in der HZ machte ihn darauf aufmerksam, dass bereits ein Stuttgarter Opfer solcher Schwindler geworden war. Ein Grund für ihn, sich an die Öffentlichkeit zu wenden: "Ich wollte es weitergeben, um andere zu warnen, damit sie nicht geschädigt werden", betont der Hechinger, der unerkannt bleiben möchte. Das Schreiben weist neben einer unüblichen Satzstruktur und Schreibfehlern auch ein unseriös wirkendes Angebot auf:

Man wolle die insgesamt 8,5 Millionen US-Dollar untereinander aufteilen. Dazu benötige man die Daten des Hechingers, weil das Geld in einer spanischen Sicherheitsfirma hinterlegt sei. Um an das Schließfach zu gelangen, müsse man einen Angehörigen finden, so die vage Begründung des Anwaltschreibens. Aus ungenannten Gründen sollen 20 Prozent der Millionen an eine Hilfsorganisation gespendet und die restlichen 80 Prozent zwischen der Kanzlei und dem Hinterbliebenen aufgeteilt werden. Mehr Informationen bietet das vermeintlich seriöse Schreiben nicht. Das Fax wirkt echt, wären da nicht schlechte Grammatik und wechselnde Anwälte, die immer wieder neue, tote Verwandte finden würden.

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