Lob und Verlängerung

Die Hechinger Erstaufnahmestelle wird bis Oktober in Betrieb bleiben. Das gab Landrat Günther-Martin Pauli gestern beim Besuch der Integrationsministerin Bilkay Öney bekannt. Öney lobte Stadt und Kreis.

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Integrationsministerin Bilkay Öney kommt heute ins frühere Hechinger Krankenhaus.  Foto: 

"Ich komme heute auch mit einer guten Nachricht", sagte Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD), als sie von Landrat Günther-Martin Pauli vor der Hechinger bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle (Bea) im ehemaligen Krankenhaus begrüßt wurde. Ihre Neuigkeit: Beim Integrationsministerum können Kommunen bis 30. September Anträge auf einen Flüchtlingsbeauftragten stellen. Diese sollen - in Ergänzung oder als Aufstockung der Integrationsbeauftragten - ehrenamtliches Engagement koordinieren, Flüchtlingsarbeit bündeln und mitsteuern, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Auch für Hechingen ist das eine Option. Denn, so Öney: Die Integration sei ein "Mordsgeschäft im Moment".

Vor dem Rundgang in der Hechinger Bea fasste Landrat Günther-Martin Pauli die junge Geschichte der Unterkunft zusammen und wies darauf hin, dass man "professionell an Grenzen stoße", was das Programm für die Flüchtlinge angeht. Er lobte die Ehrenamtlichen, insbesondere den AK Asyl. Auch Öney lobte: "Gut war, dass der Zollernalbkreis sehr schnell reagiert hat."

Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und die CDU-Landtagskandidatin Nicole Hoffmeister-Kraut waren ebenfalls gekommen, um die Integrationsministerin zu begleiten. Georg Link, Leiter der Balinger Arbeitsagentur und Thorsten Müller vom Rechts- und Ordnungsamt Zollernalbkreis waren ebenso dabei wie Bea-Leiter Marco Rigano und Almut Petersen, die ehrenamtliche Angebote in der Bea koordiniert. Ministerin Öney erklärte der Runde noch einmal die Dringlichkeit der Flüchtlingsunterbringung: Zu Beginn ihrer Amtszeit seien 4500 Menschen pro Jahr nach Baden-Württemberg gekommen - nun kommt diese Anzahl manchmal in vier Tagen.

In einem Rundgang bekam die Ministerin die Einrichtung zu sehen, hörte von Bürgermeisterin Dorothea Bachmann, dass die Bea sehr gut laufe und es auch der Bevölkerung keine Beschwerden gebe. Auch kleinere Probleme und Missverständnisse zur Sprache. Öney erkundigte sich nach den Angeboten wie Begegnungscafé und den Deutschkursen, fragte auf dem Flur Kinder, ob sie denn hier auch schon zur Schule gingen. Almut Petersen hatte der Ministerin zudem einen Vorschlag mitgebracht: Statt Gemeinschaftsunterkünften könnte man gerade für die Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und dem Irak, die nicht abgeschoben werden, Ausbildungszentren einrichten, findet sie.

Landrat Günther-Martin Pauli gab bekannt, dass die Unterkunft in der Weilheimer Straße bis Ende Oktober geöffnet sein soll. Zudem möchte er im Landkreis besser netzwerken: Eine Art "erweiterte Bürgermeisterversammlung" schwebt ihm vor. Die Ministerin begrüßte diese Idee und verwies auf die aktuelle Entscheidung des Landes, lokale Bündnisse zur Flüchtlingshilfe finanziell zu unterstützen.

Ursprünglich war in der Weilheimer Straße ein vorübergehender Bea-Betrieb bis September angedacht. Eine Dauerlösung sei die Unterkunft laut Pauli ohnehin nicht - schon deshalb, weil sich die Kosten für Sicherheitsdienst und Catering in einer solch kleinen Unterkunft nicht rechneten. Bürgermeisterin Bachmann erklärte auf Nachfrage, dass sie Anfang der Woche nach einer Verlängerung gefragt worden sei und "spontan Ja gesagt" habe: "Wir können es gut noch einen Monat verkraften." Außerdem hätte sie sonst ein schlechtes Gewissen mit Blick auf Meßstetten, wo 2000 Flüchtlinge untergebracht sind.

Nach Meßstetten und zuvor in die Gemeinschaftsunterkunft in der Beckstraße in Balingen führte dann auch der Weg der Ministerin.Neben einem Dankeschön an Stadt, Landkreis und Ehrenamtliche hinterließ Öney ein weiteres Lob. Auf die Frage, ob man denn aus der Erfahrung hier auch an andere Stellen etwas weitergeben könnte, antwortete sie: "Man könnte viel weitergeben - schon allein der Wille ist nicht überall da."

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