Lebendiger und festlicher Abschluss Kleiner Kammermusikzyklus endet in Stetten

Ein festliches Konzert mit exquisiten Werken erklang in der Klosterkirche St. Johannes Stetten zum Ende des "Kleinen Hechinger Kammermusikzyklus".

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Der Tübinger Kammermusikkreis brillierte in Stetten.  Foto: 

Die kleine aber feine Konzertreihe "Kleiner Hechinger Kammermusikzyklus", die sich bei einen wachsenden Kreis von Kennern und Liebhabern klassischer Musik großer Beliebtheit erfreut, fand mit Werken von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart ihren krönenden Abschluss. Der Tübinger Kammermusikkreis unter Leitung von Jochen Brusch gestaltete gemeinsam mit den Instrumental-Solisten Simon Breuer (Violine), Christina Rettich und Bahar Günaydin (Flöte), Martin Hardt (Fagott) und der Sopranistin Johanna Pommranz das abschließende, klangschöne Konzert.

Das zum Auftakt musizierte "Concerto grosso a-Moll, op. 6/ 4" zeigte einen Händel von seiner besten, empfindsamen Seite. Schon das einleitende Larghetto mit dem Zusatz "affetuoso" enthält eine von Seufzern durchsetzte Kantilene. Darauf folgte eine von Händels besten Fugen. Sie verarbeitet konsequent die verschiedenen Motive ihres zerklüfteten Themas. Stilbewusst mit Klangsinn und einem sicherem Gespür für die kompositorischen Strukturen näherten sich die Musiker diesem Concerto mit leicht-federndem, konzentrierten Ensembleklang der gleichwohl voll aber immer durchhörbar blieb.

Im "Brandenburgische Konzert Nr. 4" in G-Dur BWV 1049 stellte Johann Sebastian Bach zwei Blockflöten und eine Violine als Concertino den Tutti-Streichern gegenüber. Die Kombination weckt pastorale Assoziationen, was Bach wohl beabsichtigte. Aktiv und gestalterisch mischten sich die zwei Blockflöten in das musikalische Geschehen ein - und zwar sowohl ins Tutti als auch in die Soloepisoden. Auch die raumgreifenden Soli der Geige wurden von ihnen unterbrochen und munter drauflos-parlierend kommentiert. Mit feinsten Nuancierungen und einer unermüdlich gestalteten, bestechenden Agogik entfaltete Simon Breuer im Dialog mit den Flötistinnen und den Streichern einen herrlich-fließendenen Strom von Musik. Durch seine Solopartien hielt die Verzierung Einzug in die Gesprächigkeit des Werkes.

Nobel und erhaben erklang die aparte Sinfonia aus der Kantate BWV 42. Im "Violinkonzert a-Moll-Konzert BWV 1041" gelang Breuer mit makelloser Tongestaltung, intelligenter Stimmführung und Mut zu forcierten Kontrasten auch in den schnellen Sätzen eine außergewöhnliche Interpretation voller strahlender Virtuosität und kontrastreicher Dynamik.

"Exsultate, jubilate" mit seinem melodischen Erfindungsreichtum und seiner unbeschwerten Musizierfreude, gepaart mit geistlichem Tiefgang bildete den strahlenden Schluss- und Höhepunkt des Konzerts. Frisch, intonationssicher und mit jugendlichem Elan- gestaltete die junge Sängerin Johanna Pommranz diese Motette Mozarts. In zügigen Tempi schwang sich das Orchester zum ebenbürtigen musikalischen Partner der Sängerin auf und geizte nicht mit überraschenden Akzenten. Das Ergebnis sprach für sich - begeisterter Applaus.

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