Lebendige Geschichte

Anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums hat die Kolpingsfamilie der Stadt Hechingen 1000 Euro für Hinweistafeln zu Straßennamen übergeben. Der städtische Betriebshof hat die Initiative nun in die Tat umgesetzt.

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Taubenschmidstraße und Adolph-Kolping-Straße: Am Killberg befinden sich unter anderem diese Straßenschilder mit Hinweistafeln.  Foto: 

Im vergangenen Oktober überreichte die Kolpingsfamilie der Stadt Hechingen einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Diese Geldspende sollte zweckgebunden Verwendung finden, um im Gebiet Killberg und - soweit noch nicht geschehen - im Stockoch an den Straßenschildern Hinweistafeln anzubringen, die auf die Geschichte der Stadt Hechingen und deren Straßen-Namensgeber hinweisen. Dabei dürfte interessant sein, dass die Kolpingsfamilie Hechingen bereits 1989, anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums, der Stadt eine Spende für die Ausstattung von Hinweistafeln im Stockoch übergab.

Dem Bauhof ist es nun dankenswert gelungen, diese Hinweistafeln zu besorgen und zu installieren. So kann man diesen Straßenschildern mit Zusatz entnehmen, dass es im im Baugebiet Killberg eine Taubenschmidstraße gibt. Hier handelt es sich um Joachim und Zachäus Taubenschmid, Bildhauer aus Hausen im Killertal, die im 16. und 17. Jahrhundert Mitarbeiter an Kirchenbauten wie in St. Luzen waren.

Ebenfalls im Killberg erinnert die Jakob-Meiland-Straße an einen Musiker und Komponisten, der ab 1577 Hofkapellmeister in Hechingen war. Bei der Hans-Amann-Straße, ebenfalls auf Killberg, handelt es sich um einen Bildhauer (1555-1626), der Mitarbeiter bei der Ausstattung der Klosterkirche St. Luzen war.

Die Wendelin-Nufer-Straße erinnert an einen Stuckateur aus Herrenberg, der bei der Ausführung der Stuckarbeiten im Jahr 1586 für die Renaissance-Ausstattung der Klosterkirche St. Luzen tätig war. Zu guter Letzt befindet sich am Killberg die Adolph-Kolping-Straße. Benannt nach Adolph Kolping, der von1813 bis 1865 lebte. Bundesweit gibt es in Deutschland 1088 Straßen, Wege, Plätze und Gassen, die nach Adolph Kolping benannt sind.

Im Baugebiet Stockoch findet man den Emil-Weil-Weg. Dieser war Fabrikant und bis 1939 war Emil Weil Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Hechingen. Beim Konstantin-Killmaier-Weg handelt es sich um einen im Jahre 1836 geborenen Hechinger. Dieser war Maler und Tapezierer und hat nach der Überlieferung 1861 als Rekrut das Hohenzollernlied verfasst.

Ebenfalls im Stockoch kann man den Friedrich-Wolf-Weg begehen. Der Namensgeber, 1888 bis 1953, war Arzt, Schriftsteller und kommunistischer Politiker. In Hechingen betrieb er von 1921 bis 1926 eine Arztpraxis. Der W.-F.Laur-Weg, 1850 bis 1934, ist benannt nach dem Architekten und Landeskonservator in Hohenzollern. Der Kajetan-Koller-Weg, 1798 bis 1872, ist benannt nach dem Fürstlichen Leibarzt, Medizinalrat, Politiker und Betreiber eines Schwefel-Kurbades.

Der Leon-Schmalzbach-Weg, 1882 bis 1942, erinnert an den letzten Rabbinatsverweser in Hechingen, der im KZ Jungfernhof bei Riga verhungert ist.

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