Kunst aus Saiten und Imkereibedarf

Vier Tage lang hat Uli Johannes Kieckbusch seine Kunstwerke im Weißen Häusle arrangiert - jetzt kann die Vernissage am Sonntag kommen. Mit ihr startet die Veranstaltungsreihe "Hechingen kieckt".

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In einer Assemblage versteckt sich eine Mundharmonika, ein Stück weiter hängt ein Objekt aus Klaviersaiten und Gitarre: Der Komponist, Pianist und Künstler Uli Johannes Kieckbusch macht sich bereit für seine Ausstellungseröffnung im Weißen Häusle in Hechingen. Die Vernissage ist zugleich der Beginn der Veranstaltungsreihe "Hechingen kieckt", bei der Kieckbusch bis 9. März jeden Samstag und Sonntag Konzerte organisiert.

In "Objekte und Assemblagen", so der Name von Kieckbuschs Ausstellung, gibt es Objekte aus "rankenden" Basssaiten eines Klaviers, aus Klaviertasten oder einer Gitarre, die wiederum mit Klaviersaiten verbunden ist. Auch in Kieckbuschs Assemblagen - also in plastischen, reliefartigen Collagen - tauchen immer wieder Klaviertasten und -hämmer auf. Und eben eine Mundharmonika, die sich in einem Bilderrahmen zwischen metallenen Bohrabfällen versteckt. "Ich weiß gar nicht, ob die Besucher die so sehen", schmunzelt Kieckbusch beim Aufhängen des Bildes. Für ihn steht das versteckte Instrument sinnbildlich für die Arbeit an der Mundharmonika: Der Komponist entwickelt Stimmungen der Mundharmonika selbst, hobelt und bohrt also sozusagen so lange, bis er den richtigen Ton findet.

Doch nicht nur Instrumente gibt es in Kieckbuschs Ausstellung zu sehen: Auch einige Elemente aus der Imkerei sind Teil der Kunstwerke. Wie es dazu kommt? Uli Johannes Kieckbusch begegnete im Sommer 2012 bei einem Kunstprojekt in Salem am Bodensee einer Künstlerin, die viel mit Blütenstaub arbeitete. Mit ihr besuchte er einen Imker, war sofort begeistert von dessen Material und erfuhr dann: "Manches wird einfach verbrannt". Da nahm Kieckbusch die ausgedienten Wabenrahmen und einen Imkerkasten doch lieber an sich. Für den Kasten, unter anderem auch mit Klavierhämmern gefüllt ist, hat Kieckbusch dafür aber - passend zu seiner Geschichte - einen besonderen Platz gefunden: Er steht im Kamin des Weißen Häusle.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag um 11 Uhr kommt übrigens auch der Mann, dem Kieckbusch indirekt den Kontakt zu Imker und Blütenstaub-Künstlerin zu verdanken hat: der Kulturamtsleiter des Bodenseekreises Dr. Stefan Feucht, der auch über das interdisziplinäre und internationale Projekt "salem2salem" sprechen wird. Außerdem wird der Schriftsteller Jürgen Weing aus Kißlegg einige seiner Gedichte vortragen. Und selbstverständlich spricht, singt und spielt auch Kieckbusch selbst. Die "Welt der Assemblage" stellt die Balinger Künstlerin Koli Babe vor.

Neben der Ausstellung gehören neun Konzerte zum Programm der Veranstaltungsreihe "Hechingen kieckt!". Die Konzerte starten jeden Samstag und Sonntag um 17.17 Uhr - eine kleine Anspielung auf die Fasnetszeit - an verschiedenen Orten Hechingens Konzerte. Den Anfang macht kommenden Sonntag der Altsaxofonist Hayden Chisholm aus Neuseeland - nach Kieckbuschs Beurteilung "einer der besten Saxofonisten der Welt" im Foyer der Stadthalle Museum.

"Hechingen kieckt"

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