Kritik an der Kritik

Der Nationalpark Nordschwarzwald war das brisante Thema beim traditionellen "Sonntagnachmittag" der Hechinger Nabu-Gruppe im Bildungshaus.

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Eine stattliche Besucherzahl begrüßte Nabu-Vorsitzender Gert Rominger zum "Sonntagnachmittag beim Nabu" im Bildungshaus St. Luzen. Bei Kaffee und Kuchen stand wieder eine besonders schöne und schützenswerte Landschaft mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund des Bildvortrags. Dieses Mal allerdings verlieh die für kommenden Donnerstag vorgesehene Landtagsentscheidung zum Nationalpark Schwarzwald dem Vortrag besondere Aktualität.

Zur Einstimmung in das Thema zeigte der erst 15-jährige Hechinger Schüler Clemens Keck einen kurzen Ausschnitt aus dem von ihm selbst gedrehten Dokumentarfilm "Wald", in dem er verschiedene Waldbewohner wie Rothirsch, Reh und Dachs und auch den Auerhahn vorstellt, den er im geplanten Nationalparkgebiet gefilmt hat.

Die Referentin Ingrid Eberhardt-Schad, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Nabu, ist seit Jahren mit dem Großprojekt "Nationalpark Schwarzwald" befasst. Sie zeigte eindrucksvolle Aufnahmen aus der Bergwelt des Nordschwarzwalds mit seiner spezifischen Flora und Fauna wie Auerhuhn, Dreizehenspecht, Sperlingskauz und verschiedene Baumpilze. Die Referentin ging auf die Gründe ein, die für die Ausweisung eines Nationalparks gerade dort sprechen, nämlich vor allem die zusammenhängenden, weitgehend unzerschnittenen Waldgebiete der Höhenlagen, die auch offene Flächen, Moore und Seen aufweisen, und zudem im Landeseigentum stehen.

Durch die im Nationalpark angestrebte natürliche Waldentwicklung werde sich die Artenvielfalt erhöhen, und die Populationen der gefährdeten Arten würden sich stabilisieren, sagte Ingrid Eberhardt-Schad. Die im betroffenen Raum und von der CDU artikulierte Kritik bezeichnete sie als überwiegend unberechtigt und eher emotional motiviert. Die Einschränkung der Holzgewinnung sei im Verhältnis marginal, für den Fremdenverkehr dagegen ein Aufschwung zu erwarten.

Die Nabu-Mitarbeiterin stellte klar, dass auch die Kernzone des Nationalparks auf ausgewiesenen Wegen betreten werden darf, die naturnahe Erholung sogar eines der Hauptanliegen der Ausweisung sei.

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