Kreative "Weiherlinger" stellen aus

So voll wie gestern war es noch nie bei einer Ausstellungseröffnung im Hechinger Rathaus: Die Weiherschule zeigt Fotos ihrer Schüler, die im Rahmen einer Projektwoche von Fotograf Nino Strauch gemacht wurden.

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  • Stolzes Lächeln: Vor dem "Weiherlinger", auf dem alle Ausstellungsbilder in klein zu sehen sind, posieren Lehrerin Martha Seeg-Kröhner und Fotograf Nino Strauch. 1/2
    Stolzes Lächeln: Vor dem "Weiherlinger", auf dem alle Ausstellungsbilder in klein zu sehen sind, posieren Lehrerin Martha Seeg-Kröhner und Fotograf Nino Strauch.
  • "So voll war es noch nie", da waren sich Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Sylvia Sanktjohanser (vorne links) einig. Fotos: Samira Eisele 2/2
    "So voll war es noch nie", da waren sich Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Sylvia Sanktjohanser (vorne links) einig. Fotos: Samira Eisele
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Ganz besondere Kunstwerke zeigt die Hechinger Rathausgalerie in ihrer neuesten Ausstellung: "Wie im richtigen Leben - kleine und große Persönlichkeiten in Weiherlingen" zeigt Fotos, die im Rahmen einer Projektwoche der Weiherschule entstanden. Bei der Vernissage am gestrigen Mittwoch war im Rathaus kein Durchkommen mehr.

Der Balinger Fotograf Nino Strauch hat im Rahmen einer Projektwoche sein Fotoatelier in der Weiherschule aufgebaut und Requisiten und Kostüme mitgebracht. Damit konnen sich die Schüler der Weiherschule Hechingen verkleiden, in Pose werfen und in verschiedene Rollen schlüpfen. Weil in der Projektwoche die Phantasiestadt "Weiherlingen" - mit eigenen Geschäften und sogar der eigenen Währung "Weiher-Euro" entstand, zeigen die Bilder von Nino Strauch nun die Bürger dieser Phantasiestadt - die Weiherlinger also. Und wenn man sich die Bilder anschaut, kann man sich gut vorstellen, wie es in Weiherlingen zugeht: Bunt, kreativ, vielfältig, verspielt, fröhlich - aber auch mit Ernst bei der Sache, wenn es darum ging, die gewählte Rolle zu verkörpern.

Die Lehrer konnten nur staunen über die Szenen im Fotoatelier und die Dialoge zwischen Schülern und Fotograf - so fasst Rektor Wolfram Göhner zusammen, was bei diesem Projekt geschah. Als die Bilder dann auf einer DVD in der Schule ankamen, sei ihm und auch den anderen Lehrern schnell klar gewesen: Das muss an die Öffentlichkeit.

Lehrerin Martha Seeg-Kröhner fragte dann bei Dorothea Bachmann nach, ob eine Ausstellung im Rathaus möglich sei. Die Bürgermeisterinwar sagte prompt zu und ließ es sich auch nicht nehmen, die Zuschauer bei der Ausstellungseröffnung persönlich zu begrüßen.

Danach las die Schülerin Chayenne "Alles über Weiherlingen" vor und gab damit einen ersten Einblick in die Welt, die die Besucher später auf den Bildern bestaunen konnten. Zur Einführung in die Ausstellung trat anschließend der Reutlinger Sonderpädagogikdozent Dr. Karl Kleinbach ans Mikrofon. "Gesicht zeigen" war dabei seine Umschreibung für das, was die Schüler in den Fotos - aber auch die Stadt Hechingen mit der Ausstellung - tut. Durch das Aufhängen der Bilder im Rathaus zeige die Stadt ihre Wertschätzung und Nähe zur Weiherschule, so Kleinbach. Die Schüler auf den Fotos zeigten gleichzeitig das, was laut Kleinbach glücklicherweise für Menschen mit Behinderung immer selbstverständlicher werde: Selbstbestimmung. Bevor sich die Zuschauer dann ganz in Ruhe die Bilder ansehen und dabei vielleicht bekannte Gesichter wiederfinden konnten, gaben die Weiherschüler Ahmet, Felicia, Lydia und Sebastian noch ihre Version des "Erlkönigs" zum Besten: Sie rezitierten das Gedicht, untermalten es mit Saxophonspiel und wurden von Rektor Wolfram Göhner auf der E-Gitarre begleitet. In seiner Ansprache dankte danach Wolfram Göhner allen Mitwirkenden, Sponsoren und Gestaltern der Ausstellung.

Zu fröhlicher Musik des Saxophon-Quartetts "SaxO-Ton", die insgesamt fünf Stücke spielten, konnten die Ausstellungsbesucher dann durch das Rathaus ziehen, Bilder ansehen, Bekannte treffen und die ein oder andere Geschichte hinter den Fotografien erfahren.

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