KOMMENTAR · HECHINGEN ALS SOLCHES: Dornröschen wachküssen

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Zuerst ein ganz großes Dankeschön an die HZ-Leserinnen und HZ-Leser: Unsere Mitmachaktion zum neuen Obertorplatz hat eine enorme Resonanz gehabt. Viele haben sich dabei richtig Mühe gemacht. Und dies zeigt: Das Thema bewegt die Gemüter. Wundern braucht man sich darüber freilich nicht zu sehr. Denn es geht schließlich um viel mehr als nur einen Platz. Der Bereich zwischen der Zollerschule und der Stiftskirche kann als ein Symbol betrachtet werden. Das Symbol einer Stadt, die irgendwann stehengeblieben ist.

Wie lange sieht der Obertorplatz denn schon so aus, wie er ausieht? Lange, viel zu lange Zeit. In der Unterstadt boomen die Supermärkte und Discounter, die Oberstadt aber verharrt im Dornröschenschlaf. Es ist höchste Zeit, dass jemand zum Wachküssen kommt. Und siehe da: Der Prinz hat sich bereits aufgemacht, um die gute Tat zu vollbringen. Der Prinz, das ist die Bürgerbeteiligung in Form des Kleinstadtleben-Projekts. Ihm zur Seite steht die neue Bürgermeisterin. Die kann hartnäckig, jedoch auch etwas schwierig sein, so dass ihr zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt der befähigte Stadtbaumeister abgesprungen ist. Aber trotzdem bringt sie Dornröschens Stadt das, was Hechingen schon ewig lange braucht: Schwung.

Beides, die breit gefächerte und kaum mehr vorstellbar gewesene Aktivierung der Bürgerschaft und die Umtriebigkeit des Stadtoberhaupts, darf man jetzt nicht wieder ins Leere laufen lassen. Umtriebig, um dies ganz deutlich zu sagen, hat in diesem Fall rein gar nichts mit Getriebensein zu tun, das ist ein abwegiger Gedanke.

Beim Obertorplatz sollte man die in Hechingen stets und gern bemühte Skepsis und Grübelei dieses eine Mal beiseite lassen. Vielleicht braucht es eine Tiefgarage nicht unbedingt. Mit ihr dürfte der Erfolg des teuren Großprojekts aber garantiert sein. Denn davon profitieren nicht nur die direkten Anlieger, sondern ebenso das "Museum", die restliche Altstadt und der First. Der provisorische Parkplatz dort kann dann überbaut werden, was zusätzliches Leben in die Stadt bringt. Am besten nimmt man das Katharinenviertel gleich mit, wenn man schon mal in Schwung ist. Der Bereich zwischen First und Stiftskirche wartet ebenfalls schon eine Ewigkeit darauf, hergerichtet zu werden.

Manchem geht es mit dem Obertorplatz zu schnell. Aber worauf warten? Wenn die gewählten Bürgervertreter nächste Woche davon überzeugt sind, sollen sie die Vorentwurfsplanung auf den Weg geben. Auf dass Dornröschen endlich aufwacht!

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