Kinder vor verschlossenen Türen

Weil die Verantwortlichen nicht nachkommen mit dem Erteilen von Betriebserlaubnissen, konnte der Johanneskindergarten samt Krippengruppe noch nicht wieder mit Leben gefüllt werden. Sehr zum Leidwesen der Eltern.

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Die neuen Räumlichkeiten des Johanneskindergartens warten nur darauf, endlich bezogen zu werden. Foto: Sabine Hegele

"Nein", stellt Pfarrer Herbert Würth klar, "an uns liegts nicht" . . . dass der Erweiterungsbau des evangelischen Kindergartens samt der neu geschaffenen Krippenplätze noch nicht in Betrieb genommen werden konnte. Auch nicht an baulichen Mängeln oder noch fehlenden Toiletten, wie Unwissende kolportieren. "Wir wären zu Beginn des neuen Jahres gestartet", legt der Geistliche nach. Ohne die vollständige kindgerechte Möblierung? "Ja, wir hätten uns beholfen."

Woran liegt es denn dann, dass der Johanneskindergarten am Schlossberg, obwohl im Dezember offiziell eingeweiht, noch nicht wieder neu durchstarten konnte? An der bis dato nicht erteilten Betriebserlaubnis. Obwohl sie die evangelische Kirchengemeinde als Trägerin der Einrichtung schon Ende November (Würth: "also rechtzeitig") beantragt hatte. Wer dafür verantwortlich zeichnet? Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS). In Verzug zu sein hätten die Verantwortlichen ihm, Herbert Würth, gegenüber eingeräumt und damit erklärt, dass zur Zeit so viele Krippen -und Kindergartengruppen wie nie zuvor neu eröffnet würden - wofür alle eine Betriebserlaubnis brauchten. Das Ausstellen eines vorläufigen Dokuments sei nicht möglich, unter anderem aus versicherungstechnischen Gründen. Und wollte man den Betrieb ohne Erlaubnis aufnehmen, drohe ein saftiges Bußgeld, sagt der Pfarrer. Das zu riskieren, davon hätten die Fachberaterin des Kirchenbezirks, Katharina Da Rold, und der Leiter der kirchlichen Verwaltungsstelle, Wolfgang Staiger, dringend abgeraten. Letzte Woche, ergänzt der Geistliche, sei ihm vom - nach eigenen Angaben personell unterbesetzten - Kommunalverband für Jugend und Soziales mitgeteilt worden, dass er vor dem Hechinger noch 22 andere Genehmigungsanträge zu bearbeiten habe.

Die evangelische Kirchengemeinde trägt das zwar mit Fassung, lässt aber keinen Zweifel daran, den Kindergartenbetrieb am Schlossberg zum 1. März aufnehmen zu wollen, ja starten zu müssen. Aus mehreren Gründen. An Nummer eins natürlich der Eltern wegen. Die wurden über die zeitliche Verzögerung schriftlich informiert. Manche hätten "schon geschluckt", aber Verständnis aufgebracht.

Zweitens sei der 1. März Stichtag für die Stadt Hechingen, die Zahl ihrer betreuten Kinder exakt beziffern zu müssen - um entsprechend zuverlässig Zuschüsse beantragen zu können. Und drittens könne es kein Dauerzustand sein, dass üblicherweise im Gemeindehaus stattfindende Veranstaltungen ausgelagert werden müssen (weil der Kindergarten aktuell dort einquartiert ist).

Zum Beispiel der Frauentreff, der sich derzeit im Besprechungsraum des Pfarrhauses trifft. Oder der Konfirmandenunterricht, zu dem sich die jungen Gläubigen und Pfarrer Herbert Würth in Räumen des Gymnasiums versammeln müssen. Oder die Jugendband, die aktuell auf der kalten Empore der Kirche übt.

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