Kinder brauchen Frieden: Es geht ums nackte Überleben

Helfen, wo andere meist nur wegschauen: Der Hechinger Verein Kinder brauchen Frieden hat im vergangenen Jahr wieder viel bewegt. Spender und engagierte Mitglieder tragen gleichermaßen zum Erfolg bei.

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Das Vorstandsteam von Kinder brauchen Frieden mit der Cornelia Bierlmeier (links) und ihrem neuen Stellvertreter Jürgen Müller (Vierter von links).  Foto: 

"Ohne Ihre Mithilfe könnten wir überhaupt nichts machen." So bedankte sich die Vorsitzende von Kinder brauchen Frieden, Cornelia Bierlmeier, bei er Jahresversammlung bei allen Unterstützern. Sie selbst wurde bei den Wahlen einstimmig im Amt bestätigt und wird die Geschicke des Vereins ab sofort gemeinsam mit ihrem neuen Stellvertreter Jürgen Müller leiten. Dieser tritt die Nachfolge von Achim Deuble an.

Einblick in die Finanzen gab Kassierer Matthias Holzmann. Wie aus seinem Bericht hervorging, sind die Mitgliedsbeiträge seit Jahren stabil, auch in Sachen Spenden und Patenschaften kann der Verein auf treue Unterstützer bauen. Ein besonderer Dank ging an Hubert Rapp, der nun schon seit zwölf Jahren die Aktion "Ein Paket von mir" leitet.

Dass es die Projekte des Vereins auch weiterhin dringend braucht, führten die mit einer Fotoschau verbundenen Berichte der Teammitglieder eindringlich vor Augen. Über Bulgarien informierte Jürgen Müller, der unter anderem die Schulen vorstellte, in denen Kinder brauchen Frieden die Mahlzeiten für Schüler aus sozial schwachen Familien finanziert. Auch drei neue Kinderhäuser sowie ein Krisenzentrum für Mädchen werden unterstützt, ebenso eine Suppenküche.

Im Breza-Projekt in Kroatien, das der Verein schon seit seinen Anfängen unterstützt, leben laut Heidi Winz derzeit 15 missbrauchte Mädchen. Außerdem kümmert sich der Verein um sozial schwache Familien, darunter die eines Mannes, dessen Frau und Sohn bei der Explosion einer Handgranate ums Leben kamen. Mit viel Engagement setzen sich die Mitglieder dafür ein, dem Vater und seinen Kindern den Alltag zu erleichtern.

Wie in allen Projekten ist auch in Sri Lanka Bildung der Schlüssel für ein besseres Leben. Während die von Kinder brauchen Frieden unterstütze Taubstummenschule sehr gut dastehe, brauche die Blindenschule nach wie vor viel Hilfe, berichtete Cornelia Bierlmeier. Zuschüsse für die Mahlzeiten, Patenschaften für Schüler und Studenten bewirkten viel Gutes. Das nach der Tsunami-Katastrophe erbaute Dorf, in dem zehn Familien mit behinderten Kindern leben, war durch starken Monsunregen bedroht. Durch Baumaßnahmen konnten die Häuser aber gesichert werden.

Unbeschreiblich groß ist das Leid im Kongo, wo der Verein ein Ernährungszentrum unterstützt. Schwestern kümmern sich um die Versorgung der Kranken und Hungernden. "Hier geht es ums nackte Überleben", schilderte Matthias Holzmann die schwierige Lage in Goma.

Mehrere Projekte werden auch in Ruanda unterstützt, darunter das Buschkrankenhaus der Medizinerin Uta Düll. Jährlich können dort rund 300 Kinder mit Hydrocephalus-Syndrom erfolgreich operiert werden. Im Flüchtlingslager, in dem das Elend besonders groß ist, werden tonnenweise Lebensmittel benötigt. Erfreulich ist, dass die Sekundarschule in Kigali seit Februar in Betrieb ist. Ein Rückschlag war die Schließung des Kinderdorfes durch die Regierung, welche die Kinder in teils bettelarme Familien untergebracht hat, die dringend Hilfe benötigen. Ein "Happy End"" gab es 2015 für die kleine Fida aus Ruanda, der in Berlin ein Tumor entfernt werden konnte. Für sie hat mit Hilfe von Kinder brauchen Frieden ein neues Leben begonnen.

Die Neuwahlen bei der Versammlung hatten dieses Ergebnis: Vorsitzende bleibt Cornelia Bierlmeier, zu ihrem Stellvertreter wurde Jürgen Müller gewählt. Kassierer bleibt Matthias Holzmann, als Kassenprüfer fungieren weiterhin Dennis Meßmer und Manfred Bensch. Beisitzer sind Michael Eberhard, Daniel Eckenweiler, Heidi Winz, Katharina Höckh, Heinz Wolfram und Karin Kraus-Gehrun. Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Achim Deuble, Roger Braun, Dr. Michael Wagner sowie Leonie und Frederic Loye.

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