Keine Chance für Everest in Hechingen

Engagiert warb die IG Metall am Donnerstag für den Standort Hechingen. Doch am Wegzug von Everest VIT nach Hürth bei Köln ist nicht zu rütteln.

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In Hechingen ohne Zukunft: die Everest VIT GmbH. Foto: Hardy Kromer

Zwei Flughäfen gebe es in der Nähe von Hürth: Köln-Bonn und Düsseldorf. So lautete ein Argument der Everest-VIT-Chefs für den künftigen Firmenstandort. Gewerkschaftssekretär Georg Faigle konterte für Hechingen mit dreien: Stuttgart, Zürich und Baden. Dazu noch die exzellente Lage in einer prosperierenden Wirtschaftsregion im Südwesten. Alles vergebens. Die Everest-Geschäftsführung, berichtet Faigle, habe in der gestrigen Verhandlungsrunde "abschließend" mitgeteilt, dass an der Betriebsschließung im Gewerbegebiet "Lotzenäcker" nicht zu rütteln sei. Und zwar handle es sich dabei um "eine langfristige strategische Entscheidung" und nicht etwa um eine Maßnahme zur kurzfristigen Kostenreduktion.

Faigle geht davon aus, dass die rund 50 Beschäftigten des Herstellers von Industrie-Endoskopen das Angebot erhalten, mit an den Rhein umzuziehen - wohl wissend, dass längst nicht alle mitkommen werden. Deshalb wollte er schon gestern Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufnehmen. Dabei sollte es nicht nur um Abfindungszahlungen und eine Transfergesellschaft für diejenigen gehen, die vor der Kündigung stehen, sondern auch um Treueprämien, Weihnachts- und Urlaubsgeld und tarfliche Lohnerhöhungen für alle, die noch eine Weile mit am Bord sind.

Darüber, so Faigle, habe sich die Arbeitgeberseite doch sichtlich "überrascht" gezeigt und die auf kommenden Dienstag angesetzte nächste Verhandlungsrunde erst einmal abgesagt. Mit Spannung erwarten die Beschäftigten und ihre Vertreter nun, wie das Angebot des Unternehmens aussieht.

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