Keine Angst vor Mathe

Das vierte Hechinger Gymnasium kommt: Ab dem Schuljahr 2014/2015 wird die Kaufmännische Schule um das Finanzmanagement erweitert. Dafür braucht es einen Notendurchschnitt von mindestens 3,0.

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Schulleiter Norbert Speidel und Andreas Boll, der für die Konzeption mitverantwortlich ist, informierten über das neue Hechinger Gymnasium. Foto: Leonie Maschke

Der Schulleiter der Kaufmännischen Schule Hechingen, Norbert Speidel, betonte beim Informationsabend zum vierten Hechinger Gymnasium die Bereicherung, die der Landkreis durch den neuen Schulzweig erfährt. Nicht nur die Berufsmöglichkeiten nach Abschluss des Gymnasiums Finanzmanagement seien durch die wachsende Bedeutung des Finanz- und Bankensektors hoch, innerhalb des Regierungsbezirks Tübingen biete nur noch Biberach ein Gymnasium mit dem gleichen Profil an.

Die Zusammenarbeit mit den Partnern der Schule - Sparkasse Zollernalb, Volksbank Hohenzollern, Volkbsank Balingen, BW-Bank und Württembergische Versicherung - sei sinnvoll und nötig, betonte Speidel. Man müsse das Gelernte auch vor Ort vermitteln und anschaulich darstellen können. Michael Hahn von der Sparkasse in Hechingen unterstützte Norbert Speidels Ansicht. Stellvertretend für die anderen Partner der Schule erklärte er den praktischen Nutzen des Faches Finanzmanagement für sie als mögliche zukünftige Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber.

Die Banken im Zollernalbkreis bemühten sich stets um den Nachwuchs in ihrem Sektor. Gerne unterstützten Michael Hahn und seine Kollegen Schulleiter Speidel und seine Lehrer in ihrem Lehrauftrag mit Unterrichtsbesuchen in der Schule oder dem Angebot von Praktika. Auch wenn es manchmal schwierig sei, sei es wichtig, junge Leute für Berufe in den Banken und der Finanzwirtschaft zu begeistern. Es sei ein spannender Beruf mit guten Zukunftsaussichten.

Andreas Boll, der zusammen mit seinem Kollegen Martin Walczok für die Konzeption des Gymnasiums Finanzmanagement zuständig ist, gab einen Überblick über die Vorteile des neuen Schulzweiges sowie dessen Inhalte. Boll erklärte, dass der Umgang mit den eigenen Finanzen und eine anständige Finanzplanung heutzutage viele junge Menschen überfordere. Das Finanzmanagement-Abitur qualifiziere die Schüler nicht nur für entsprechende Berufe, Ausbildungen und Weiterbildungen an Dualen Hochschulen, sondern mache sie auch entsprechend fit für die eigene Lebensplanung. Ein gewisses Verständnis für die Wirtschaft und für die Verwaltung eigener Finanzen sollte eigentlich auch an jedem allgemeinbildenden Gymnasium angeboten werden, so Boll. Diese Fähigkeiten würden sie nun mit dem neuen Fach vermitteln.

Das neue Gymnasium bietet neben betriebs- und volkswirtschaftlichen Inhalten auch finanzwirtschaftliche Themen an, so beispielsweise die Fächer "Privates Vermögensmanagement", das sich unter anderem mit Aktien und Investmentfonds beschäftigt, oder "Sondergebiete der Finanzwirtschaft", wo auf Wirtschaftsethik und Marktpsychologie eingegangen wird.

Neben den formalen Kriterien, die die Schüler erfüllen müssen (ihr Notendurchschnitt darf bei der Anmeldung nicht schlechter als 3,0 sein), sollten sie für diesen gymnasialen Zweig vor allem Interesse an wirtschaftlichen Fragen und Finanzthemen mitbringen, zugleich sollte natürlich auch eine Neigung zu Zahlen und Mathematik bestehen, so Andreas Boll. Doch Speidel betonte sofort: "Haben Sie keine Angst vor Mathe!"

In einer Fragerunde stellte Schulleiter Norbert Speidel noch einmal klar, dass sie trotz der praktischen Ausrichtung des neuen Gymnasiums immer noch eine Schule und keine Ausbildungsstätte seien: "Wir testen uns an die Praxis vor, wir machen aber keine duale Ausbildung."

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