Kein Christo am Strommasten in Stein, sondern Korrosionsschutz

Nein, es war nicht der Verhüllungskünstler Christo, der an einem Strommasten bei Stein seine Handschrift hinterlassen hat. Hier kommt die Auflösung.

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Nicht Christo war am Werk, sondern die Netze BW.  Foto: 

Hat sich Christo tatsächlich nach Hechingen verirrt?  Diese Frage und das dazugehörige Bild eines Strommastens aus dem Hechinger Stadtteil Stein  verwirrte unsere Leser doch einigermaßen.  Also kommt jetzt geschwind die Auflösung, die prompt die Netze BW GmbH der EnBW lieferte: Hinter den „Verpackungen“ verbergen sich Korrosionsschutzmaßnahmen, damit die Masten  nicht verrosten und instabil werden. Das Ganze beginnt mit dem sogenannten „Abnadeln“ der bisherigen Schutzschicht, die je nach Ausführung des Masts im Schnitt so alle 20 Jahre nötig ist – bei neueren, feuerverzinkten Masten sind die Zeiträume länger.

Die Arbeiten werden von dafür absolut spezialisierten Drittfirmen ausgeführt. Deren Mitarbeiter verwenden Geräte, die äußerlich Meißeln ähneln. Rund 20 scharfe Stifte/Nadeln säubern mithilfe von Druckluft das Gestänge, und zwar im Prinzip jeden Quadratmillimeter. Im Anschluss ist – in „ehrlicher Handarbeit“ – ebenso auf jeden Quadratmillimeter mit dem Pinsel eine neue Schutzschicht aufzutragen. Es geht um rund 100 Quadratmeter pro Mast, wofür jeweils ein halber bis ein dreiviertel Tag und bis zu 100 Kilogramm  Farbe zu veranschlagen sind.

Bei dieser sehr anstrengenden Tätigkeit wird es staubig und laut. Zudem erfordert sie höchste Konzentration und Umsicht. Vor allem seitens der Arbeiter, die sich mit einer Art Klettersteig-Ausrüstung sichern. Aber auch von der Netze BW, die einerseits absolut zuverlässig dafür zu sorgen hat, dass die Leitungen nicht mehr unter Strom stehen – dabei andererseits auch stets die Versorgungssicherheit für die Region im Blick haben muss.

Auch wenn es bei den Rezepturen für den Korrosionsschutz natürlich einen (umwelt-)technischen Fortschritt gibt – die „Verpackung“, inklusive einer Folie am Boden, dient dazu, den Staub und die Reste der alten Schutzschicht sowie Farbspritzer aufzufangen, damit alles anschließend entsorgt werden kann.

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