Kameruner beim TSV Stetten

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Integration beim TSV Stetten Hechingen  Foto: 
 
Die Integration zweier Flüchtlinge aus Kamerun ist auf einem guten Weg, sagt der Vorsitzende des TSV Stetten, Marcel Perreau. Beide Sportler kannten sich in ihrer Heimat nicht und trafen erst in der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe aufeinander, von wo aus sie über Mannheim nach Hechingen ins Wohnheim Aviona weitergeleitet wurden.
Von dort kamen sie in die Außenstelle nach Stetten, wo sie seit dem vergangenen Jahr zusammen ein Zimmer bewohnen. Eddy Hans Ndewa Masso brach im Jahre 2008 in Kamerun auf, um nach Europa zu flüchten. Sein Weg führte ihn in den Tschad, in den Sudan nach Libyen. Da er von dort nicht weiter kam, zog er zurück in den Tschad und kam schließlich über Nigeria, Niger, Algerien, Marokko und Spanien nach Deutschland. Er hatte also eine sechsjährige Reise hinter sich.
Sein Kamerad Alin Charly Feumba hatte es leichter. Er konnte sich mit erspartem Geld einen Flug von Kamerun nach Frankfurt leisten und kam von dort über Gießen ebenfalls nach Karlsruhe, wo er Eddy Hans Ndewa Masso kennenlernte. Beide fielen in Stetten und Hechingen auf, weil sie eifrig die deutsche Sprache lernten, wobei sie Kurse in Hechingen und in Balingen besuchten, so dass sie sich bereits jetzt mit den Sportlern des TSV Stetten auf Deutsch unterhalten können.
Ilse Pflumm aus Stetten, Mitglied des Arbeitskreises Asyl, vermittelte die beiden Kameruner an den TSV Stetten, wo sie gerne sowohl als Fußballspieler wie auch als Helfer bei ehrenamtlichen Tätigkeiten im Verein aufgenommen wurden. So sind sie seit etwas mehr als einem Jahr im TSV Stetten integriert. Wie Marcel Perreau erklärt, erhielten die beiden Kameruner vom Verein die Fußballschuhe und die Sportkleidung gestellt-
Im persönlichen Gespräch erzählten sie, dass sie ihr Land verlassen haben, weil die Jugend in Kamerun keinerlei Perspektiven hat. So gebe es vielfach Unruhen in der Bevölkerung, vor allem durch die perspektivlosen und oft hungernden Jugendlichen, die von Ordnungskräften immer wieder brutal niedergeschlagen würden. Verhaftungen und Verschleppungen seien an der Tagesordnung. Einem solchen Schicksal wollten Eddy Hans Ndewa Masso und Alin Charly Feumba entgehen. Ihr Wunsch war es, in Deutschland so schnell wie möglich Arbeit zu bekommen und in Ruhe leben zu können, um später eine Familie zu gründen. Inzwischen ist ihr Wunsch nach einer Arbeitsstelle in Erfüllung gegangen. Nach langem Bemühen gelang es der Betreuerin Ilse Pflumm, den beiden Männern aus Kamerun eine Beschäftigung zu vermitteln. Und in ihrer Freizeit sind sie gerne Teil des TSV Stetten.

 
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