Jüdische Klagelieder in neuem Gewand

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„Singer Pur“, Deutschlands bekanntestes Vokalensemble.  Foto: 

Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Synagoge in der Hechinger Goldschmiedstraße findet an diesem Freitag, 13. Oktober, um 20 Uhr ein Jubiläumskonzert statt. Akteure sind David Orlowski und die „Singer pur“.

„Jeremiah“ ist das Programm überschrieben. Es bietet Klagegesänge in neuem Gewand unter Verwendung von Kompositionen der Renaissancemeister Palestrina und Gesualdo.

Echo-Klassik-Preisträger

Für sein Projekt „Jeremiah“ hat sich der Klarinettist und mehrfache Echo-Klassik-Preisträger David Orlowsky mit „Singer Pur“, Deutschlands bekanntestem Vokalensemble und zweifachem Echo-Klassik-Gewinner, zusammengetan. David Orlowskys charakteristische Klangsprache fügt sich als zusätzliche Stimme in den Ensembleklang von „Singer Pur“ ein, wird Teil des Klangs, bricht aus ihm aus und spielt mit den schwebenden Klangerweiterungen, die sich aus der Reibung der unterschiedlichen und doch verwandten Klangfarben ergeben.

Im Mittelpunkt stehen drei der Klagelieder des Jeremiah von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Die Klagelieder, in denen die Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem im Jahre 586 v. Chr. betrauert wird, geben in hochstehender hebräischer Dichtkunst tiefe religiöse Empfindungen wieder. Palestrinas Musik, die sich in der Textausdeutung sehr zurückhaltend zeigt, wird durch das Hinzufügen der Klarinette stimmlich erweitert. Die improvisatorischen, neu entstandenen Zwischenspiele Orlowskys, in denen auch Musik der Gegenwart einfließt, geben der sphärisch-jenseitigen Musik einen Hauch von Erdung und verweisen unmittelbar auf den wöchentlichen Ritus der jüdisch-orthodoxen Tradition, in dem die Texte Jeremiahs an der Klagemauer Jerusalems rezitiert werden.

Dieser Musizierhaltung gegenübergestellt sind die von Matan Porat arrangierten Vokalwerke Carlo Gesualdos. Klangästhetische Aspekte wie das Experimentieren mit Klangfarben, das Ein- und Ausblenden von einzelnen Stimmen und die damit verbundenen dynamischen Spannungsbögen beleben die ausdrucksstarken Responsorien Gesualdos zusätzlich in expressiver Weise.

Als kompositorischer Vertreter der Gegenwart stellt Matan Porat dem poetischen, die Liebe besingenden „Tota pulchra es“ aus dem Hohelied Salomos, das der Totenmesse der römisch-katholischen Tradition zugehörige „Lux aeterna“ für Vokalensemble und Klarinette gegenüber.

Zu hören sind: David Orlowsky (Klarinette) und „Singer pur“ mit Claudia Reinhard (Sopran), Rüdiger Ballhorn (Tenor), Markus Zapp (Tenor), Manuel Warwitz (Tenor), Reiner Schneider-Waterberg (Bariton) und Marcus Schmidl (Bass).

Info Der Beginn des Konzerts in der Alten Synagoge ist um 20 Uhr. Karten gibt es zu 25 Euro beziehungsweise 20 Euro (für Mitglieder der Initiative Hechinger Synagoge, Schüler und Studenten) unter www.reservix.de.

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