Jäger nehmen Regierung ins Visier

Die Jäger sorgen sich um die Zukunft der Jagd. Konkret geht es um die von der Landesregierung geplanten Änderung des Landesjagdgesetzes. Auch die Kreisjägervereinigung Hechingen übt heftigst Kritik.

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Selten sieht man so viele Jäger zusammen, wie am Donnerstagabend im Hechinger Museum. Das zeigt, wie hochaktuell die Diskussion über die geplante Änderung des Jagdgesetzes ist. Spätestens Ende des Monats wird der Referentenentwurf aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz erwartet. Niemand weiß momentan so ganz genau, was er vorsieht. Entsprechend groß ist die Unruhe vor Ort. Das Töten von Tieren soll weiterhin erlaubt sein, allerdings unter weit restriktiveren Bedingungen. Die Jäger sehen sich in ihren Kompetenzen beschnitten, "und zwar von Leuten, die davon rein gar nichts verstehen", wie einer seinem Ärger Luft machte.

"Geben Sie mir Munition mit, um das Allerschlimmste verhindern zu können", forderte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Wilhelm Röhm, selbst seit fünf Jahren im Besitz eines Jagdscheines, die Jäger auf. Die Kreisjägervereinigung Hechingen und der CDU-Stadtverband Hechingen hatten gemeinsam zu der Veranstaltung eingeladen - und waren selbst vom Interesse daran überrascht. Weit über einhundert Jäger drängten sich in den Saal, mehr Stühle mussten her.

Schnell stand natürlich die Grundsatzfrage im Raum. Wozu braucht es denn überhaupt ein neues Jagdgesetz? Das Ministerium sieht darin Chancen, zum Beispiel durch die Neuregelung des Wildschadensausgleichs oder durch ein an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiertes Wildmanagement. Die Jäger halten dagegen, dass man ruhig ihrem Sachverstand vertrauen könne. Zudem gelte, so Walter Greff, der an der Spitze der Kreisjägervereinigung Hechingen steht: "Niemand wird doch stärker geprüft und reguliert als wir."

Darüber, wie die Jagd der Zukunft aussieht, haben Jäger und Tierschützer in vielen Punkten nun mal oft völlig andere Vorstellungen. "Doch wer sind denn die Tierschützer, wenn nicht die Jäger", machte Röhm klar - und erntete damit erwartungsgemäß Applaus.

Ein großes Streitthema ist zum Beispiel die Wildtierfütterung, die wohl, wenn es nach dem Willen der Landesregierung geht, künftig selbst auf der Alb in eisigen Notzeiten verboten sein soll. Durch die Fütterung würden für den Abschuss attraktive Wildbestände künstlich hochgehalten. Was für ein Unsinn, kontern die Jäger. Vielmehr helfe die fachgerechte Fütterung, die Tiere zu lenken, noch mehr Schäden in Wald und Feld zu vermeiden. "Zudem gleicht sie Nahrungsengpässe in der immer ärmer werdenden Kulturlandschaft aus", so Greff, sprich, sonst würden schwache Tiere einfach verhungern. Und wer will das schon.

"Tierschutz darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden", betonte Walter Greff. Allerdings werde es wahrscheinlich nicht anders gehen, warf Raimund Friderichs, Leiter des fürstlichen Forstbereichs und Jäger, ein, "in gewissen Bereichen Kompromisse anzunehmen, um in anderen um so hartnäckiger zu verhandeln". Mit seinem Einsatz für lediglich noch Jahrespachtverträge, auch das im Gesetzesentwurf angedacht, machte sich Friderichs allerdings keine Freunde. Der private Jäger will schließlich langfristig - und damit nachhaltig - planen.

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Kommentare

13.01.2014 13:32 Uhr

Nichts Neues

Nun, dass die Damen und Herren sind da wehren war zu erwarten. Es geht ja um ein geliebtes Hobby, das man ungern aufgibt. Aber wenn sowas das Leiden und Sterben von Millionen empfindungsfähiger Lebewesen bedeutet, ist das, genauso wie bestimmte Traditionen (Stierkämpfe u.Ä.) aus ethischen Gründen abzulehnen. Punkt. Auch immer wieder erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch „Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen“ mit den gängigen Begründungen und Rechtfertigungen für die Jagd auf (Jäger als Ersatz für Großraubwild/Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen/Jäger als Naturschützer & Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit). Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen, so Dr. Asche. Und er gibt offen zu: „Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung & d. ökol. Gleichgewichts. Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.
Wie es hierzulande zugeht weiss man offenbar auch bereits im Ausland: serbiananimalsvoice.com/2011/07/29/germany-recent-photographs-of-hunters-game-then-simply-disposed-of-into-waste-bins/

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13.01.2014 09:56 Uhr

Ideologin und Mythen

Ich finde es traurig dass es immer wieder Menschen gibt, die diesen Mythen nacheifern und diese Ideologien verbreiten.

Es gibt kein Gleichgewicht in der Natur. Es wird immer ein abwechseln von Mangel und Überfluss sein.

Die Jagd ist das natürlichste was es gibt. Wer dies bestreitet ist naiv.
Ich spreche als Jäger niemandem ab auf Fleischverzehr zu vezichten. Gleichwohl erwarte ich es zu respektieren das gesündeste, natürlichste Fleisch der glücklichsten Tiere "ernten" und geniessen zu dürfen.

Ich jage aus Liebe zur Natur. Weil ich in dieser Natur als Teil von Ihr leben möchte. Daher setze ich mich als Jäger auch für die Interessen der Wildtiere aktiv ein. Natürlich geht es mir auch darum die Wildtiere und dadurch auch die Jagd zu erhalten.
Der Landwirt schützt und pflegt seine Äcker, der Förster pflegt seinen Wald und der Jäger pflegt sein Wild. Ausserdem gibt es noch weitere Naturschützer die sich um den Erhalt von Fauna und Flora kümmern. Jeder dieser Parteien vertritt doch aber primär sein Interesse und das ist auch gut so. Aber alle diese Parteien müssen aufeinnder zugehen und Kompromisse eingehen.

Abschliessend möchte ich aufzeigen was ohne Jagd passeren würde (Nicht der Land- und Fortswirtschaft sondern dem Wildtier)

Es wird zu einer Vermehrung einiger Arten kommen während andere Arten zu hohe Zahl an Fressfeinden aussterben. Zu Dichte Populationen führen zu Nahrungsmangel und Seuchen. Dies ist der von der Natur vorgesehene Zyklus.

Eine sehr grosse Rolle für die Populationsentwicklung spielen noch immer der Winter und das Wetter während der Zeit in der der Nachwuchs zur Welt kommt. Hier werden derzeit die Population neben der Jagd am stärksten beeinflusst.

Gegen das Wetter kann und will der Jäger nichts tun.
Verhungern und dahin siechen lassen will der Jäger (und ich denke kein anderer) das Wild nicht lassen.

Deshalb mein Appell:
Akzeptiert die Jagd als etwas natürliches, akzeptiert den Menschen als Teil der Natur, und vertretet wirklich die Interessen unserer Wildtiere und nicht die eigenen Vorstellungen.
In unserer vom Menschen so stark beeinflussten Landschaft daf sichder Mensch nicht aus dieser Verantwortung ziehen wenn er die uns geschenkte Artenvielfalt erhalten möchte.

Waidmanns Heil

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12.01.2014 20:03 Uhr

gegen die Jagd !!!

- Die Jagd schadet dem Gleichgewicht der Natur
- Durch die Jagd steigt die Überpopulation der Wildscheine & andere Waldtiere immer weiter:
- Familienverbände werden auseinandergerissen, worauf die Wildschweine mit vermehrter Fortpflanzung reagieren
- Durch das Ausstreuen von Nahrung werden die Waldtiere angeregt sich noch mehr zu vermehren
- Die Bejagung des Fuchses führt zur Flucht und damit zur Ausbreitung von Tollwut
- Alle wesentlichen von der Jägerschaft genannten Gründe für die Jagd sind heute wissenschaftlich widerlegt
- Der Jagd fallen jährlich zusätzlich ca. 400.000 Katzen und ca. 65.000 Hunde zum Opfer

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12.01.2014 19:23 Uhr

Jagd abschaffen

Niemand braucht die Hobbymörder, weder der Mensch noch die Natur und schon gar nicht die Tiere. Sie arbeiten bei uns kräftig daran die Hasen auszurotten, sie treffen sich und spielen Krieg, die Tiere haben keine Chance. Längst gibt es zahlreiche Belede für die ökologische Sinnlosigkeit der Jagd. Einfach mal Jägerlügen googeln.

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