Ja zu Tiefgaragen-Mehrkosten mit Bauchweh

Dass beim zweiten Mal öffentlich beraten und abgestimmt worden ist, hat nichts geändert: Der Gemeinderat Hechingen hat gestern erneut 408 000 Mehrkosten für die Obertorplatz-Tiefgarage gebilligt.

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Blick auf den Hechinger Obertorplatz  Foto: 

Der Unterschied zwischen Kostenschätzung und genauer Kostenberechnung war beim Großprojekt Tiefgarage zunächst 462 000 Euro groß. Diese Summe hatten die Planer am 20. März präsentiert. Das lag mit 19,2 Prozent zwar noch unter den "plusminus 20 Prozent", die immer möglich sein sollen, war aber doch zu viel. Es erging der Auftrag, nach Einsparungen zu suchen. Über die wurde am 28. April beraten. Nicht öffentlich, weil es, so erklärte Bürgermeisterin Dorothea Bachmann danach, schnell habe gehen müssen.

Bei der Sitzung fasste das Gremium auf Antrag von Freien Wählern und CDU einmütig den Beschluss, bei der Benutzerfreundlichkeit nicht zu sparen. In Zahlen: Die von Stadt und Planern anvisierten Einsparungen von 182 000 Euro (Mehrkosten damit 280 000 Euro, macht 16,8 Prozent) waren passé. Denn auf zusätzliche Stützpfeiler sollte unbedingt verzichtet werden. Das machte wieder ein Plus von 128 000 Euro und nochmal 5000 Euro für die LED-Beleuchtung, die belassen werden soll. Am Ende standen Mehrkosten von 408 000 Euro statt der 462 000 Euro. Gesamtkosten derzeit, Zuschüsse abgezogen: 3,3 Millionen Euro.

Daran hat sich bei der Zweitausgabe nichts geändert. Franz Ermantraut machte deutlich, dass 26 statt 13 Stützen das Ein- und Ausparken deutlich unbequemer machen würden - bei größeren Fahrzeugen mit Zurücksetzen und rückwärtigem Andocken sowie Enge beim Ein- und Aussteigen. Und das bei 50 von 94 Stellplätzen. Die Tiefgarage sei ein "Lebenswerk", sagte der Freie-Wähler-Vorsitzende, und da dürfe nicht am falschen Platz gespart werden. Ermantraut forderte aber das anwesende Planertrio um Johann Senner auf, Kostenkontrolle und schnelle Information im Auge zu behalten. Ingenieurleistungen für 70 000 Euro wurden vergessen - so nicht!

CDU-Fraktionsvorsitzender Günther Konstanzer schloss sich an: Die zusätzlichen Stützen gingen zulasten der Qualität. Man wolle aber ein bequemes und benutzerfreundliches Parkhaus. Für die SPD-Fraktion beteuerte Margret Simoneit: Keine weiteren Stützen! Selbiges bestätigte Jürgen Merkel für die FDP.

FWV-Stadtrat Roland Huber erklärte, dass er und etliche andere Stadträte wegen der Mehrkosten Bauchweh hätten. Und man fürchte, dass noch eine ganze Lawine auf einen zukommen könne. Ihm schloss sich Ingrid Gruler (SPD) an, die anregte, einen Kostenrahmen vorzugeben. Bürgermeisterin Bachmann erneuerte ihre Aussage, dass die Ausschreibung bei massiven Kostensteigerungen aufgehoben werden könne.

Beim Abstimmen enthielt sich Roland Huber. Sonst gab es auch beim Zweitbeschluss nur Jastimmen.

Alles freiwillig

Kein Nachsitzen Bürgermeisterin Dorothea Bachmann hat es als nicht richtig bezeichnet, dass die Kommunalaufsicht den nicht öffentlich gefassten Beschluss des Gemeinderats vom 28. April bemängelt habe. Ein Bürger der Stadt, kein Gemeinderat, habe sich dort gemeldet. Es sei sowieso geplant gewesen, das Thema nochmals öffentlich zu behandeln. Die gestrige Sitzung sei auf ihre Veranlassung hin anberaumt worden. Und das sei kein Nachsitzen - wie die HZ es bezeichnet hatte. Der HZ war aus zuverlässiger Quelle zugetragen worden, dass der Beschluss "kassiert" wurde. Dem widerspricht die Bürgermeisterin.

KLE

Das Bürgerbüro soll am Kirchplatz bleiben

City-Haus geändert Einer der Bringer auf dem neuen Obertorplatz dürfte das City-Haus zwischen Notariat und Brunnen werden. Der Bauherr ist wie berichtet die Lebenshilfe Zollernalb, die damit ein drittes Standbein für ihre Café-Kette etablieren will.

Info für Touristen Bislang war geplant, dass die Caféräume im Erdgeschoss entstehen, und das städtische Bürger- und Tourismusbüro im ersten Stock unterkommt. Nun aber drängt die städtische Raumnot nach anderen Lösungen: Im Erdgeschoss soll die Tourismusinformation angesiedelt werden, und die Stadt will die oberen Räume für zusätzliche Büros nutzen. Das Bürgerbüro soll damit am Kirchplatz bleiben.

KLE

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