Interaktives Theaterstück warnt vor den Gefahren neuer Medien

100 Jugendliche der Rangendinger Joachim-Schäfer-Schule sahen gestern das Stück "Total vernetzt - und alles klar?" Doch sie sahen nicht nur zu, sie diskutierten auch und stellten Fragen an anwesende Fachleute.

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  • Die Schülerinnen und Schüler diskutierten mit, stellten Fragen, gaben sich aber auch Tipps. Fotos: Matthias Badura 1/3
    Die Schülerinnen und Schüler diskutierten mit, stellten Fragen, gaben sich aber auch Tipps. Fotos: Matthias Badura
  • Jörg Pollinger als Bruder Hendrik. 2/3
    Jörg Pollinger als Bruder Hendrik.
  • Sandra Hehrlein als Schwester Lisa. 3/3
    Sandra Hehrlein als Schwester Lisa.
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Bei den beiden Schauspielern, die das Stück in der Schulaula spielten, handelte es sich um Sandra Hehrlein und Jörg Pollinger. Gemeinsam treten sie als "Q-rage, couragiertes Theater" auf. Bei den Fachleuten, die über rechtliche Folgen nach einem falschen Umgang mit dem Internet Antwort geben konnten, handelte es sich um Hauptkommissar Richard Germann und Oberkommissar Edmund Schnell. Beide sind Jugendsachbearbeiter bei der Rottenburger Polizei.

"Total vernetzt - und alles klar?" handelt vom arglosen Umgang mit neuen Medien, zumal mit dem Internet. Da wird stundenlang gechatet, wobei man hässlich über andere lästert, man gibt seine Daten preis, stellt unvorteilhafte Fotos von sich ins Netz, lädt sich aus zweifelhaften Tauschbörsen Musik auf den Rechner beachtet die AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) allerhöchstens flüchtig, und ist sogar bereit, sich mit Chatpartnern an dunklen Ecken zu verabreden, obwohl man diese Chatpartner in der Realität nie gesehen hat.

Zwischen den einzelnen Episoden diskutierten die Schauspieler mit den Schülerinnen und Schülern. Man spürte, dass unter den zehn bis 14 Jahre alten Teenagern bereits einiges an Wissen darüber vorhanden, war, wie man es gerade nicht machen soll. Bei ein oder zwei Fragen waren sich die Jugendlichen aber nicht ganz so sicher. Wie ist das, wenn man Gewaltvideos und -clips verschickt oder weiterleitet? Kann so etwas rechtliche Folgen haben, droht sogar die Beschlagnahme des Handys oder des Computers?

Die Aussagen und Tipps der Theaterleute und der Jugendsachbearbeiter zum Thema Internet waren eindeutig: So wenig wie möglich von sich selber preisgeben, keine persönlichen Daten veröffentlichen, keine Bilder herumzeigen - und schon gar keine auf denen man dumm dasteht. Das mag einem selber zunächst lustig oder cool vorkommen, es kann sich aber später im Leben bitter rächen, etwa wenn ein Arbeitgeber auf die Fotos stößt. "Das Netz vergisst nichts", warnten die Experten.

Andere in peinlichen Situationen fotografieren - auf dem Klo oder in der Umkleidekabine - und diese Bilder auch noch weiter verschicken, das geht gar nicht. "Lustig ist nur dann lustig, wenn es alle lustig finden", so Jörg Pollinger zu seinem Publikum.

Lästern im Internet? Das grenzt an Gewalt und ist viel schlimmer, als böse Dinge auf dem Schulhof zu sagen. "Wenn man so alleine vor dem Computer hockt und schreibt, vergisst man manchmal, dass man damit prinzipiell die ganze Welt erreicht und nicht nur ein paar andere auf dem Schulhof", warnte Sandra Hehrlein.

Davon abgesehen müsse man sich Internet- und andere Beleidigungen nicht gefallen lassen. Man könne sich wehren: selber, mit Hilfe von Lehrern oder Schulsozialarbeitern, aber auch mit Hilfe der Polizei.

Rektor Hubert Walz zeigte sich abschließend überzeugt, dass die Aufführung von "Q-rage" bei den drei Klassen einen positiven und nachhaltigen Eindruck hinterlassen habe.

Im Übrigen seien neue Medien und der Umgang damit ein beständiges Thema an seiner Schule. "Wir verteufeln diese Medien jedoch nicht. Sie sind da und wir sind der Meinung, dass es darum geht, den Jugendlichen beizubringen, wie man richtig mit ihnen umgeht."

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